Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 25.04.2010
Albayrak, H, E. Ozan & M. Kurt (2010): Molecular Detection of Crimean-Congo Haemorrhagic Fever Virus
(CCHFV) but not West Nile Virus (WNV) in Hard Ticks from Provinces in Northern Turkey. – Zoonoses Public Health 2010 Feb 16. [Epub
ahead of print].
Die molekulare Detektion des Crimean-Congo-Haemorhagisches-Fieber-Virus (CCHFV, nicht aber des West-Nilvirus bei
hartschaligen Zecken in den Provinzen der nördlichen Türkei.
In dieser Studie sammelten wir Zecken von etlichen Säugetieren (Rinder, Schafe, Ziegen, Büffel) und von einer Schildkröte in
der Küsten- und Inlandsregion entlang der türkischen Schwarzmeerregion. Gesucht wurde nach dem Vorhandensein von RNA für das
CCHFV und das West Nilvirus. Es konnte keine genomische RNA für WNV in den Zecken nachgewiesen werden. Allerdings war die CCHFV-RNA in
29 von 421 Zecken nachweisbar (6,88 %). Die Nachweisrate schwankte zwischen den Provinzen und verteilte sich wie folgt: Samsun 4,38 %; Ordu
4,34%; Giresun 6,32%; Sinop 14,63 %; Amasya 5,55 %; Tokat 3,38 % and Sivas 4,83 %. Die genomische RNA für das CCHF-Virus wurde bei 7
Individuen der insgesamt 11 Zeckenarten gefunden. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass hartschalige Zecken ein Reservoir für CCHFV in
der nördlichen Türkei darstellen, nicht aber für das West-Nilvirus.
Kommentar von H.-J. Bidmon
Man kann von Glück sagen, dass in den 14 Zecken
Hyalomma aegypticum, die an einer Schildkröte gesammelt wurden, keine
CCHFV nachgewiesen wurden. Allerdings sei hier auch betont, dass diese äußerst kleine Stichprobe aus nur einer Lokalität
nicht dazu dient, eine mögliche Infektion mit CCHFV komplett auszuschließen. Jeder kann sich über die Gefahr des CCHF-Virus
selbst im Internet informieren. Uns als Schildkrötenhalter oder potentielle Schildkrötenkäufer sollte diese Arbeit dennoch
mahnen, daran zu denken, welche potentiellen Gefahren der Erwerb von Wildfängen oder türkischen Farmnachzuchten mit sich bringen
kann. Zumal es ja in den meisten Fällen unnötig ist, da es genug gesunde Nachzuchten auch hier in Deutschland gibt. Siehe auch:
Siroky et al. 2004.
Literatur
Siroky, P., M. Kamler, & D. Modry (2004): Long-term occurrence of
Hemolivia cf.
mauritanica (Apicomplexa: Adeleina: Haemogregarinidae) in captive
Testudo marginata (Reptilia: Testudinidae): Evidence for
cyclic merogony? – Journal of Parasitology 90: 1391-1393 oder
SiF 2 (3) 2004.
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