Wissenschaft im Fokus
Baskaran, L. M., V. H.
Dale, R. A.
Efroymson & W.
Birkhead (2006): Habitat modeling within a regional
context: An example using gopher tortoise. – American Midland Naturalist
155 (2): 335-351.
Habitatmodellierung in einem regionalen Kontext: Ein
Beispiel für die Gopherschildkröte
Veränderungen in den Habitaten haben häufig einen wesentlichen
Einfluss auf die Verbreitung einer Art und deren Überlebensfähigkeit.
Allerdings, um ein Habitat vorhersagen zu können, bedarf es detaillierter
Feldarbeit und Nachweise, die oft nur schwer und zeitaufwändig zu
erarbeiten sind, insbesondere wenn es dabei um Privatland geht. Deshalb haben
wir hier versucht, ein Modell zu entwickeln, welches auf einer großen
Datenvielfalt basiert, die auf Ländereien in öffentlichem Besitz
(staatlichen Besitz) gewonnen wurden, und welches es ermöglicht,
Vorhersagen für die angrenzenden Privatländereien zu treffen. Dieses
Model wurde in einer fünf Counties (Landkreise) umfassenden Region im
Bundesstaat Georgia getestet, um mögliche Habitate für die
Gopherschildkröte (
Gopherus polyphemus) vorherzusagen. Die
grundlegenden Daten für die Vorhersage basierten auf einer Bestandsanalyse
von Gopherschildkrötenhöhlen in der angrenzenden militärischen
Einrichtungen von Fort Bennings im westlichen, zentralen Georgia. Dazu wurden
Assoziationen zwischen Schildkrötenhöhlen, Bewuchsform, Bodentyp,
Topographie und Wasservorkommen innerhalb der militärischen Einrichtungen
erfasst und zusammengestellt und an Hand einer binären logistischen
Regression analysiert. Diese Analysen halfen dann Wahrscheinlichkeitslandkarten
zu erstellen, anhand derer sich mögliche Vorkommen von
Gopherschildkröten in den fünf angrenzenden Landkreisen vorhersagen
ließen. Bodenbegehungen wurden anschließend durchgeführt, um
die Habitatvorhersagen zu überprüfen. Die Ergebnisse belegen deutlich,
dass man anhand der Informationen über den Bodenbewuchs, Bodentyp und die
Entfernung zu Gewässern und Straßen das Auftreten von bewohnten
Gopherschildkrötenhöhlen vorhersagen kann. Diese Daten und
Modellierungen können dazu dienen, die Habitatansprüche besser zu
verstehen und sie können zur Restaurierung und Erhaltung von Habitaten
herangezogen werden.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Na hoffen wir einmal, dass diese Vorhersagemöglichkeit nur zum Schutz
Anwendung findet und nicht von bebauungswilligen Großunternehmen dazu
benutzt wird, mögliche Habitate noch vor Bauantragstellung zu ermitteln und
auszuräumen
Zum Seitenanfang
Tipp:
Benutzen Sie die Suchfunktion unserer Homepage, so können sie
einfach und schnell unsere Seiten nach einem bestimmten Begriff durchsuchen.