Wissenschaft im Fokus
Beazley, K. & N.
Cardinal (2004): A systematic approach for
selecting focal species for conservation in the forests of Nova Scotia and
Maine. – Environmental Conservation 31 (2): 91-101.
Eine systematische Annäherung für die Erhaltung
ausgewählter Leitarten in den Wäldern von Nova Scotia und
Maine
Leitarten sind wichtige Komponenten für die Planung von
Schutzmaßnahmen, zur Repräsentation des Ökosystems, zur
Verdeutlichung spezieller Besonderheiten für ein dauerhaftes,
ökologisches Management. Sie garantieren die Aufmerksamkeit für die
Erhaltungsmaßnahmen, da sie eine funktionell wichtige Rolle spielen, weit
verbreitete Habitat-Qualitäts-Indikatoren sind, und als sogenannte
„Flaggschiffe“ gefährdete oder charakteristische Populationen
repräsentieren. Eine auf einer Delphi-Matrix basierende Untersuchung wurde
unter Einbezug von regionalen Experten angewandt, um solche potentiellen
Leitarten für Nova Scotia, Kanada und Maine, USA ausfindig zu machen.
Matrizen mit ursprünglich einheimischen Spezies auf der einen Achse und
ausgewählten Selektionscharakteristika auf der anderen Achse wurden
benutzt, um das Expertenwissen und deren Beurteilungen (Einschätzungen)
zusammenzufassen. Die Charakteristika werden mit biologischen Eigenschaften und
Habitatanforderungen verglichen, danach sind einige Spezies anfälliger und
verwundbarer (gefährdeter) als andere Spezies in Landschaften, die durch
den Menschen verändert wurden. In Nova Scotia und Maine waren es 19 bzw. 11
Experten, die die jeweiligen Matrizen erstellten, welche danach
numerisch-mathematisch ausgewertet wurden. Spezies mit der höchsten
Bewertung wurden als potentielle Leitarten (Flaggschiffe für den
Naturschutz) eingestuft, dazu zählten Wolf, Puma, Luchs, Flussotter,
Östliche Pipistrelle (Fledermaus), Waldbachschildkröte,
Vierzehen-Salamander, Steinadler und atlantischer Lachs. Weiterhin offene Fragen
bezogen sich auf die fehlende Darstellung einiger Speziesklassen oder in Bezug
auf die Subjektivität bei Auswahl und Gewichtung der Charakteristika sowie
die Natur der erfassten Spezies mit den Charakteristiken zu vergleichen Immerhin
sollten potentielle Leitarten durch strenge Tests und quantitative Analysen und
Monitoring klar verifizierbar sein. Nichtsdestotrotz, wenn diese Matrix-basierte
Untersuchungsmethode bei entsprechender Vorsicht eingesetzt wird, stellt sie
einen relativ systematischen und effektiven Weg dar, nach dem regionale Experten
Leitarten selektieren können.
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