Wissenschaft im Fokus
Bernstein, N. P., R. J.
Richtsmeier, R. W.
Black & B. R.
Montgomery (2007): Home range and philopatry in the
ornate box turtle, Terrapene ornata ornata, in Iowa. – American
Midland Naturalist157 (1): 162-174.
Territoriengröße und Standorttreue bei der
Schmuck-Dosenschildkröte, Terrapene ornata
ornata in Iowa
Wir quantifizierten den Aktionsradius und die Standorttreue bei
Schmuck-Dosenschildkröten
Terrapene ornata ornata, anhand der
Minimum-Konvexpolygone (MCP) und der 95 % Kernel Areale (K), die von Daten
kalkuliert wurden, die mit der Radiotelemetrie (Iowa von 1999-2001) gewonnen
worden waren. Wir analysierten ebenso die Standorttreue anhand einer
Fang-Wiederfangstudie, deren Daten während der Jahre 1994-2000 gesammelt
worden waren. Zehn adulte Schildkröten wurden während der Monate Mai
bis September 2000 jeden zweiten Tag lokalisiert, und sieben dieser
Schildkröten wurden auch in 2001 überwacht. Die durchschnittlichen,
monatlichen MCP und K Aktionsradien der Männchen und Weibchen waren nicht
signifikant verschieden. Die durchschnittlichen, jährlichen MCP und K
Aktionsradien der Männchen waren aber signifikant größer
für Männchen im Vergleich zu Weibchen. Bezogen auf einzelne Individuen
zeigten die mit der MCP-Methode ermittelten Aktionsradien im Durchschnitt eine
19,3%ige Überlappung der Territorien zwischen den Jahren, während die
anhand der K-Werte analysierten Daten eine nur 6%ige Überlappung ergaben.
Es ergaben sich keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf die jährliche
oder monatliche Überlappung der Territorien für beide Geschlechter bei
der Analyse der K-Werte, aber anhand der MCP Daten war die Überlappung der
Territorien der Männchen signifikant größer. Die jährliche
Überlappung der Territorien betrug durchschnittlich 40,9 % zwischen den
Jahren, während die K-Werte nur eine Überschneidung von 6,8 %
erbrachten. Daten aus sieben Jahren Fang-Wiederfang wurden analysiert, um die
Bewegungen zwischen den einzelnen Habitatzonen zu erfassen. Schildkröten
verbrachten 69 % der Zeit auf sandiger Prärie und in den
Gebüschrändern um sandige Präriezonen. Unabhängig vom
Geschlecht war die Wahrscheinlichkeit, dass eine Schildkröte im selben
Subhabitat wie zuvor wieder gefangen wurde, doppelt so hoch wie die
Wahrscheinlichkeit außerhalb in einer angrenzenden Habitatzone wieder
gefangen zu werden. Für die Schildkröten war es 2-3 mal
wahrscheinlicher in einem direkt angrenzenden Subhabitat gefangen zu werden als
z.B. 2 Subhabitate entfernter. Berücksichtigt man den Grad der
Standorttreue der Schmuckdosenschildkröten in dieser Region, dann versteht
man, warum Dosenschildkrötenpopulationen von einem starken Rückgang
betroffen sind, wenn ihr Habitat fragmentiert wird.
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