Wissenschaft im Fokus
Bertolero, A., J. P.
Nougarède & M.
Cheylan (2007): Female reproductive phenology in a
population of Hermann's tortoise Testudo hermanni hermanni in Corsica.
– The Herpetological Journal 17: 92-96.
Die Phänologie der weiblichen Reproduktion bei einer
Population der Westlichen Griechischen Landschildkröte Testudo
hermanni hermanni auf Korsika
Wir verwendeten die Radiologie, um während der Brutsaison die
Phänologie der weiblichen Reproduktion in zwei aufeinander folgenden Jahren
bei einer Population von
T. h. hermanni auf Korsika zu untersuchen.
Wildlebende Weibchen wurden unter Bedingungen gehalten, die der natürlichen
Umgebung entsprachen. Das Hauptziel der Studie war es, die Dauer der
Ablagesaison für die einzelnen Weibchen zu bestimmen und die Zeitperiode
zwischen den einzelnen Gelegen zu erfassen und zu ermitteln, wie lange sie ein
Gelege in sich tragen. Gelege wurden nur im Mai und im Juni abgelegt, und in
beiden Jahren war die monatliche Proportion gleich. In 1998 lag die Dauer der
Paarungszeit im Mittel bei 44,7±3,3 Tagen und war länger als in 1999
(33,1±2,6 Tage), allerdings fanden wir keine zeitlichen Unterschiede
für das Ablagedatum des ersten und zweiten Geleges zwischen den Jahren. Es
ergaben sich auch keine Unterschiede für die Zeitspanne zwischen den beiden
Gelegen der individuellen Weibchen zwischen beiden Jahren. Die Tragzeit für
die Gelege variierte innerhalb eines Jahres, aber nicht zwischen den Jahren. (d.
h. es gab Unterschiede zwischen den einzelnen Weibchen, diese waren aber in
beiden Jahren gleich). Wenn wir die Reihenfolge, in der die Gelege abgelegt
wurden, berücksichtigen, zeigten unsere Beobachtungen, dass die Zeit
für das erste Gelege sich auf den Mai konzentrierte, wohingegen das Zweit-
und Drittgelege immer in den Juni fiel. In beiden Jahren waren es nur jene
Weibchen, die es geschafft hatten, im Mai ein Erstgelege abzusetzen, die dann im
Juni noch ein Zweit- oder gar Drittgelege produzierten. Größere
Weibchen zeigten eine Tendenz, ihre Eier früher in der Brutsaison zu
platzieren als kleinere Weibchen. Die Unterschiede in der beobachteten
Länge der Brutsaison zwischen beiden Jahren könnte mit Unterschieden
bei der Anzahl der Weibchen, die ein Zweit- bzw. Drittgelege absetzten,
erklärt werden, da wir eben keine Unterschiede zwischen den Jahren für
das Datum des Erst- und Zweitgeleges fanden. Ebenso wäre es möglich,
dass die Periode zwischen den Gelegen oder die Unterschiede bei der Tragdauer
bezogen auf die Reihenfolge der Gelege eine Rolle spielen.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Es handelt sich sicher um brauchbare Beobachtungen zur Reproduktionsbiologie
dieser Population, allerdings sind hier noch viele Umweltfaktoren
unberücksichtigt geblieben, um weiterreichende Erklärungen zu liefern.
Solche Unterschiede, wie sie hier aufgeführt werden, können eigentlich
nur vor dem Hintergrund der jährlichen und Saison-bedingten klimatischen
Verhältnisse interpretiert werden und das fängt schon mit der Dauer
der jeweils vorhergehenden Überwinterungsperiode an.
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