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Aktualisiert:
14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Kotanalysen bei Schildkröten



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Wissenschaft im Fokus


Bjurlin, C.D. & J. A. Bissonette (2004): Survival during early life stages of the desert tortoise (Gopherus agassizii) in the south-central Mojave desert. – Journal of Herpetology 38: 527-535.


Das Überleben der Schlüpflinge der Wüstenlandschildkröte (Gopherus agassizii) in der südlichen zentralen Mojavewüste


Die frühen Jugendstadien der Wüstengopherschildkröte (Gopherus agassizii) sind besonders gefährdet durch Beutegreifer, zu denen sowohl einige Säugetier- als auch Vogelarten zählen. Wir untersuchten das Überleben der Schildkröten in den Sandhügeln des Trainingscenters des Marine Corps und des Luft-Boden-Kampfzentrums, Twentynine Palms in Kalifornien von 1998-1999. Dazu wurden 25 adulte reproduktionsfähige Weibchen mittels Radiotelemetrie und durch Markierung mit Fadenspulen überwacht, um deren Nistökologie zu analysieren. Beutegreifer räumten 11 von insgesamt 42 der beobachteten Nester während der ersten 70 Tage der Inkubation aus. In den anderen durch eine Abschirmung geschützten Nestern schlüpften 91 gesunde Schlüpflinge aus insgesamt 132 Eiern. Die Überlebenswahrscheinlichkeit lag 1998 bei 0,84 und 1999 bei 0,91. Wenn wir die Schlüpflingsüberlebenswahrscheinlichkeit der Gesamteizahl gegenüberstellten, ergab sich, dass ca. 40 % der Tiere von der Eiablage bis zur ersten Überwinterung überleben. Unsere Befunde unterstützen andere Daten zur Lebensgeschichte von Schildkrötenarten, die auch eine relative hohe Mortalitätsrate für Schlüpflinge zeigen. Unsere Befunde belegen zudem, dass die Schlüpflinge der Wüstengopherschildkröte weit weniger anfällig gegenüber Beutegreifern sind, als wir vorher dachten, was sich eventuell aus ihrer sehr kryptischen (verborgenen) Lebensweise und ihrer guten, dem Habitat angepassten Färbung ergibt. In dieser Studie spielten Raben (Corvus corax) als Beutegreifer von Schlüpflingen keine Rolle.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Hier zeigt sich wieder, welche Rolle der Mensch und die Zivilisation in solchen Biotopen spielen, denn nicht umsonst waren auch hierzulande die ehemaligen DDR-Grenzstreifen – und so mancher Militärübungsplatz ist es noch heute – Überlebensrefugien für bedrohte Arten. Die Frage ist nur, warum klappt es dort so gut, aber in vielen der von Naturschutzverbänden und Aktivisten betreuten Naturschutzgebieten nur eher schlecht als recht oder gar nicht? Eine Frage, die sich durchaus auch für die Mojavewüste stellt, denn die Gopherschildkrötenpopulationen im zugänglichen Teil des Naturparks haben weitaus schlechtere Reproduktions- und Überlebensraten, als sie in dieser aktuellen Studie aus einem Gebiet eines militärischen Trainingslagers beschrieben werden.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus