Wissenschaft im Fokus
Blamires, S. J., R. J.
Spencer, P. King &
M. B. Thompson (2005): Population parameters and
life-table analysis of two coexisting freshwater turtles: are the Bellinger
River turtle populations threatened? – Wildlife Research 32: 339-347.
Populationsparameter und Bestandsanalyse von zwei
co-existierenden Süßwasserschildkröten: Sind die
Schildkrötenpopulationen des Bellinger-Flusses gefährdet?
Zwei Spezies von Süßwasserschildkröten co-existieren im
Bellinger-Fluss:
Elseya georgesi (Bellinger-Schnappschildkröte)
ist häufig, aber auf den Bellinger-Fluss beschränkt, wohingegen
Emydura macquarii (Macquarri-Spitzkopfschildkröte) weit verbreitet
ist, aber eine seltene Art im Bellinger-Fluss ist. Die
E. macquarii
Population des Bellinger-Fluss soll eine eigene Art sein, so dass sie als
gefährdet gilt. Das Überleben, die Reproduktionsrate und das Wachstum
sowie die Größen- und Alterszusammensetzung wurden für
E. georgesi untersucht, und es wurde die Zuwachsrate (lamda) anhand
einer Bestandsanalyse mittels der Fang-Wiederfang-Methode zwischen 1988 und 2004
ermittelt. Diese Daten wurden dann verglichen mit jenen Parametern, die von gut
untersuchten
E. macquarii Populationen bekannt sind, um zu testen, ob
das Modellieren der demographischen Parameter von
E. georgesi dazu
benutzt werden kann, um auch auf die Überlebensrate der Population von
E. macquarii im Bellinger-Fluss zu schließen. Wir kalkulierten,
dass etwa 4500
E. georgesi im Untersuchungsgebiet vorkommen und obwohl
die Größenverteilung stark zu sehr großen (alten) Tieren hin
verschoben war, wuchs die Population noch mit einem Wert lambda 1,15 bei Annahme
des günstigsten Szenarios. Unter Annahme des schlechtesten Szenarios lag
lamda bei 0,96, also sehr leicht sinkend. Der Vergleich
E. georgesi mit
E. macquarii aus dem Bellinger-Fluss und aus den anderen Populationen
zeigte, dass
E. macquarii ein deutlich schnelleres Wachstum zeigte,
höhere Maximalgröße erreichte und eine größere Eizahl
und Reproduktionsrate als
E. georgesi hatte. Somit kann man
feststellen, dass
E. georgesi kein gutes Ersatzmodell darstellt, um
anhand der Befunde auch die demographischen Einflüsse für die im
Bellinger-Fluss seltenere
E. macquarii zu prognostizieren.
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