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Aktualisiert:
14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Kotanalysen bei Schildkröten



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Wissenschaft im Fokus


Boede, E.O. & O. Hernandez (2004): Diseases in arrau sideneck turtle, Podocnemis expansa, kept in Venezuelan farms. – Revista Cientifica Facultad de Ciences Veterinarias 14: 395-403.

Krankheiten bei der Arrau-Schienenschildkröte, Podocnemis expansa, die in venezuelanischen Farmen gehalten werden.


Das Verbreitungsgebiet von Podocnemis expansa umfasst die Flusssysteme des Amazonas, Orinocos und des Esequibo in Südamerika. Es handelt sich dabei um die größte Süßwasserschildkröte der Welt, die einen harten Panzer besitzt, und sie wird von der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als bedrohte und gefährdete Art eingestuft. In der Gefangenschaftshaltung zeigt sie eine verstärkte Anfälligkeit für verschiedene Krankheiten, die bei wild lebenden Populationen nicht beobachtet wird. Das vorrangigste Ziel der Zuchtfarmen ist es, die Mortalitätsrate gering zu halten und hohe Wachstumsraten zu erzielen. Es ist ebenso wichtig, sicherzustellen, dass die ausgewilderten Schildkröten gesund sind und keine Infektionen, Parasiten und genetisch bedingte Erkrankungen aufweisen. Die hier vorgestellten Befunde wurden während klinischer Untersuchungen und bei Autopsien sowie histopathologischen Studien an 50 Embryos, 220 Schlüpflingen und juvenilen Schildkröten sowie an 7 adulten Tieren gewonnen. Pathologisch-anatomische Studien wurden an 4 symptomatischen Embryonen durchgeführt, zudem erfolgten bakteriologische, mykologische und histopathologische Untersuchungen. Die Daten wurden über acht Jahre hindurch von 1994-2001 gesammelt. Die Krankheiten, die in zwei Farmen des Nachzuchtprogramms in Venezuela bei den 3 Untersuchungsphasen auftraten, wurden je nach Entwicklungsstadium in drei Klassen eingeteilt: Angeborene Anomalien (Verkrüppelungen), Dottersackinfektionen, Embryonensterblichkeit, Hautverpilzung und Septikämie. Schlüpflinge und Juvenile: Stoffwechsel bedingte Knochenerweichung, Vitamin-A-Mangel und Gicht. Adulte Schildkröten: Fortschreitende, infektiöse Carapaxläsionen, Panzerfäule an Carapax und Krallen. Bei den Embryonen, Schlüpflingen und juvenilen Schildkröten schwankte die Mortalitätsrate zwischen einem Minimum von 1,54 % und einem Maximum von 60,5 % während der drei Untersuchungsphasen. Die Erkrankungsrate (Häufigkeit) für die Schlüpflinge und juvenilen Schildkröten wurde nicht erfasst, aber bei den Adulten erreichte sie 100 %.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Diese Arbeit zeigt, dass unter den praktizierten Zuchtbedingungen für Wiederauswilderungsprojekte oder zur weiteren Zucht keine adulten Schildkröten ohne Panzerläsionen und Nekrosen zur Verfügung stehen.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus