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14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Kotanalysen bei Schildkröten



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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 12.08.2005


Brown, J. D., J. M. Richards, J. Robertson, S. Holladay & J. M. Sleeman (2004): Pathology of aural abscesses in free-living eastern box turtles (Terrapene carolina carolina). – Journal of Wildlife Diseases 40: 704-712.


Die Pathologie von Ohrabszessen in wild lebenden Carolina-Dosenschildkröten (Terrapene carolina carolina)


Ohrabszesse oder Abszesse des Mittelohrs sind häufig bei wild lebenden Carolina-Dosenschildkröten (Terrapene carolina carolina) in Virginia (USA) und anderswo. Obwohl die genaue Ätiologie unbekannt ist, geht man davon aus, dass eine Hypovitaminose A dafür mit verantwortlich ist, wie man dies bei gleicher Befundlage von in Gefangenschaft gehaltenen Tieren kennt, deren Futter nicht ausreichend Vitamin A enthält. Diese Hypothese wird auch dadurch gestützt, dass die wild lebenden, erkrankten Schildkröten sehr hohe Überbelastungen an organischen Chlorverbindungen aufwiesen, die dafür bekannt sind, dass sie den Vitamin-A-Stoffwechsel hemmen. Ebenso gab es einen allerdings als nicht signifikant zu bezeichnenden Trend hin zu erniedrigten Vitamin-A-Spiegeln im Serum und in der Leber von erkrankten wild lebenden Dosenschildkröten. Untersucht wurde das Paukenhöhlen- und Trommelfellepithel von 27 Dosenschildkröten (10 mit Ohrabszessen und 17 ohne Abszesse). Die Läsionen im Paukenhöhlenepithel von Schildkröten mit Ohrabszessen zeigten eine Hyperplasie, squamöse Metaplasien, Hyperämie, Zelluntergänge, granulomatöse Entzündungen und bakterielle Infektionen. Diese krankhaften Veränderungen waren im Vergleich zu anderen Lokalisationen deutlich ausgeprägt in Tieren mit Abszessen am Trommelfell und sie waren noch ausgeprägter bei Abszessen in der Paukenhöhle, insbesondere dann, wenn die Läsion unilateral lokalisiert war. Die Organe von insgesamt 21 Dosenschildkröten (10 mit und 11 ohne Ohrabszesse) aus der Untersuchungsgruppe wurden histopathologisch untersucht, wobei nur minimale Veränderungen in anderen Organen gefunden werden konnten und keine davon war gleich jenen, die im Paukenhöhlenepithel zu finden waren. Die histopathologischen Veränderungen in Dosenschildkröten mit Ohrabszessen standen in Einklang mit dem bekannten Syndrom einer Hypovitaminose A.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Schade, dass keine mykologischen Untersuchungen durchgeführt wurden. Zudem frage ich mich, ob der akut festgestellte Mangel an Vitamin A auch eine Folge von verminderter Nahrungsaufnahme bei erkrankten Schildkröten sein kann, denn solche Tiere dürften beim Bewegen der Kiefer, also beim Fressen, ziemliche Schmerzen haben, wenn sie denn überhaupt noch Futter aufnehmen.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus