Wissenschaft im Fokus
Castellano, C. M., J. L. Behler & G. R. Ultsch
(2008): Terrestrial movements of hatchling wood turtles (Glyptemys insculpta)
in agricultural fields in New Jersey. Chelonian Conservation and Biology 7 (1): 113-118.
Terrestrische Wanderungen der Schlüpflinge von
Waldbachschildkröten (Glyptemys insculpta) in
landwirtschaftlich genutzten Flächen in New Jersey
Schlüpflinge von
Glyptemys insculpta wandern nicht direkt nach dem
Schlupf aus ihren Nestern zum Wasser, sondern verweilen meist für etliche
Tage bis Wochen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Während
dieser Zeit suchen sie Futter und wachsen rasch. Während dieser Landphase
suchen sie auch Stellen mit signifikant niedrigeren Substrattemperaturen als die
adulten Schildkröten auf. Ein Flächenmanagementzeitplan, der die
landwirtschaftlichen Aktivitäten (Mähen) soweit nach hinten verschiebt,
bis die Schlüpflinge die Überwinterungshabitate im Wasser aufsuchen,
wird empfohlen.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Eine interessante Beobachtung, die zeigt, dass die Schlüpflinge erstens
eine Fress- und Wachstumsphase an Land einlegen und zweitens, dass sie zumindest
zeitweilig niedrigere Umgebungstemperaturen bevorzugen. Letztere Beobachtung
wirft im Vergleich zu der experimentellen Arbeit von
Dubois, Y., G. Blouin-Demers & D. Thomas (2008):
Temperature selection in wood turtles (Glyptemys insculpta
) and its
implications for energetics. – Ecoscience 15 (3): 398-406 oder
WiF-Archiv Fragen auf. Es sei denn, man hat hier im
Freiland eine Beobachtung gemacht, die sich auf die Ruheplätze der
Schlüpflinge bezieht, in die sie sich nach der Verdauungsphase
zurückziehen, um ihren Wasserhaushalt an Land zu regenerieren. Sollte diese
Annahme zutreffen, dann würde dieses Verhalten auf einen sehr wichtigen
Aspekt bezüglich der Physiologie des Wasserhaushalts bei Schlüpflingen
hinweisen, denn daraus ließe sich ableiten, dass gerade Schlüpflinge
in einen Dehydrationsstress geraten, wenn sie entsprechend kühle oder
kühl-feuchte Plätze bei einer Terrarienhaltung nicht aufsuchen
können. Wie schnell Feuchtigkeitsstress bei manchen Spezies sich selbst
morphologisch zeigt, sieht man ja auch bei Schlüpflingen von Geoemyda
spengleri
. bei denen sich die Zacken am Carapaxrand bei Feuchtigkeitsmangel
direkt nach oben wölben. Bei anderen Arten, denen man diese Form von Stress
nicht so leicht ansieht, können derartige Haltungsfehler oft erst dann
auffallen, wenn sich andere stressassoziierte Erkrankungen manifestiert haben.
Siehe auch Kommentar zu Baxter, P. C., D. S. Wilson &
D. J. Morafka (2008): Effects of nest date and placement of eggs in
burrows on sex ratios and potential survival of hatchling desert tortoises,
Gopherus agassizii
. – Chelonian Conservation and Biology 7 (1):
52-59 oder WiF-Archiv.
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