Wissenschaft im Fokus
Chu, J. H., S. M.
Chen & C. H.
Huang (2007): Effect of dietary iron concentrations
on growth, hematological parameters, and lipid peroxidation of soft-shelled
turtles, Pelodiscus sinensis. – Aquaculture 269 (1-4): 532-537.
Auswirkungen der Eisenkonzentration der Nahrung auf das
Wachstum, die Blutwerte und die Lipidoxidation bei der Weichschildkröte,
Pelodiscus sinensis
Ein Fütterungsexperiment zur Untersuchung, wie sich eine
Nahrungsanreicherung mit Eisenzitrat auf Wachstum, Blutwerte und Lipidoxidation
(Fettoxidation) bei juvenilen
Pelodiscus sinensis auswirkt. Juvenile
Weichschildkröten (Durchschnittsgewicht 5,06 g) wurden mit einer Nahrung
für 8 Wochen gefüttert, der folgende Mengen an Eisenzitrat zugesetzt
worden war 0, 50, 100, 150, 200, 250, 350 oder 450 mg/kg. Die in der Nahrung
nachzuweisenden Eisenwerte lagen bei 57,5, 103,6, 139,1, 162,8, 242,6, 280,8,
366,7 und 474,8 mg/kg für die jeweiligen Zugaben von 0, 50, 100, 150, 200,
250, 350, und 450 mg Eisen/kg. Das Wachstum, die Nahrungsumsatzraten und die
Rate der Proteinumsatzeffizienz waren am niedrigsten bei Schildkröten, die
keine Eisen angereicherte Nahrung bekamen. Der Eisengehalt im Gewebe und die
Blutwerte einschließlich der Zahl der roten Blutzellen (RBC),
Hämoglobin (Hb) Hämatokrit (Hct), das durchschnittliche
Festbestandteilvolumen (MCV), das durchschnittlich präzipitierbare
Hämoglobin (MCH) und die mittlere präzipitierbare Hb-Konzentration
(MCHC) der Schildkröten mit nicht angereicherter Nahrung lagen signifikant
(P < 0,05) niedriger als in allen Gruppen mit angereicherter Nahrung. Die
Muskelzusammensetzung zeigte keine signifikanten Unterschiede und wurde von der
Eisensupplementierung nicht betroffen. Thiobarbitursäure-reaktive
Substanzen (TBARS) waren signifikant erhöht im Leber- und Muskelgewebe,
wenn die Eisenkonzentration in der Nahrung 280 mg/kg erreichte.
Regressionsmodelle, die auf der Benutzung des Gewebeeisengehalts und den
Blutwerten als abhängige Variable beruhten, zeigten, dass das Optimum von
Eisen in der Nahrung für Weichschildkröten zwischen 266-325 mg/kg
anzusehen ist, wenn Eisenzitrat als Eisenquelle benutzt wird.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Auch hier zeigt sich wieder, dass für wirtschaftlich interessante Arten
auch grundlegende Daten zur Ernährung durchgeführt werden. Insofern
belegt die Studie, dass Eisen für die Schildkröten wichtig ist und
sich auf die Physiologie und Biochemie der Tiere nachweislich auswirkt. Dass
dies auch für andere Arten zutreffen mag, lässt sich vielleicht daraus
ersehen, dass manche Arten selektiv Pflanzen mit höherem Eisengehalt
bevorzugen (siehe dazu: Henen, B. T., M. D. Hofmeyr, R. A.
Balsamo & F. M. Weitz (2005): Lessons from the food choices of the
endangered geometric tortoise Psammobates geometricus
. – South
African Journal of Science 101 (9-10): 435-438 oder
WiF-Archiv.
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