Wissenschaft im Fokus
Conner, C. A., B. A.
Douthitt & T. J.
Ryan (2005): Descriptive ecology of a turtle
assemblage in an urban landscape. – American Midland Naturalist 153: 428-435.
Beschreibung der Ökologie einer
Wasserschildkrötengemeinschaft in einer urbanen Landschaft
Wir untersuchten die Schildkrötenpopulationen, die einen Kanal mit
anschließendem See (beide künstlich angelegt) in einer stark
frequentierten, städtischen Umgebung besiedeln.
Festgestellt wurden in beiden Habitaten sechs aquatisch und semi-aquatisch
lebende Arten: die Dornrand-Weichschildkröte Apalone spinifera, die
Schmuckschildkröte,
Chrysemys picta, die Gewöhnliche
Schnappschildkröte
Chelydra serpentina, die
Landkartenschildkröte
Graptemys geographica, die Gewöhnliche
Moschusschildkröte
Sternotherus odoratus und die
Rotwangen-Schmuckschildkröte
Trachemys scripta. Während
G. geographica die häufigste Art im Kanalhabitat war, war
T.
scripta die häufigste Art im See. Wir beschreiben zudem noch
ausführlich den Geschlechtsdimorphismus, die Größenunterschiede
und das Geschlechterverhältnis für die drei häufigsten Arten,
G. geographica,
T. scripta und
S. odoratus und wir
diskutieren unsere Befunde unter den Aspekten, mit denen
Schildkrötenpopulationen in städtischen Habitaten zu kämpfen
haben.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Die Arbeit zeigt sehr schön, welche Arten sich in welchem Umfang an
künstlich erschaffene, von Menschen besiedelte Biotope anpassen können
und gibt damit einen Ausblick auf das, was vermutlich bei unseren amerikanischen
Freunden bleibt, wenn der Baulandverbrauch so weiter geht wie bisher. Sollten
wir nicht auch froh darüber sein, dass zumindest dort, wo es anscheinend
nicht anders geht, sich ein paar Spezies als „invasiv“ erweisen.
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