Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 22.11.2009
Cook, C. A., N. J. Smit & A. J. Davies
(2009): A redescription of Haemogregarina fitzsimonsi
Dias, 1953 and some comments on Haemogregarina
parvula Dias, 1953 (Adeleorina:
Haemogregarinidae) from southern African tortoises (Cryptodira: Testudinidae),
with new host data and distribution records. – Folia Parasitologica 56
(3): 173-179.
Eine Wiederbeschreibung von Haemogregarina
fitzsimonsi Dias,
1953 und einige Kommentare zu Haemogregarina
parvula Dias, 1953
(Adeleorina: Haemogregarinidae) aus dem südlichen afrikanischen
Landschildkröten (Cryptodira: Testudinidae), mit neuen Wirtsdaten und
Verbreitungsangaben
Blutausstriche von 154 wild lebenden und in Gefangenschaft gehaltenen
Landschildkröten aus vier Provinzen Südafrikas einschließlich
Gauteng, Kwazulu-Natal, des nordwestlichen und westlichen Kaps wurden
untersucht. Die fünf untersuchten Schildkrötenspezies waren
Chersina angulata (
Schweigger),
Kinixys belliana belliana (
Gray),
K.
lobatsiana Power,
K. natalensis,
Hewitt und
Stigmochelys pardalis
(
Bell). Zwei Spezies von Haemogregarinen, die zuvor
aus Mozambique bekannt waren, wurden nachgewiesen, nämlich
Haemogregarina fitzsimonsi Dias, 1953 und
Haemogregarina parvula Dias, 1953.
Zusätzlich wurden die Entwicklungsstadien (Trophozoiten und vermutlich
Meronten, Merozoiten und unreife Gamonten) in den Blutausstrichen der
südafrikanischen Schildkröten untersucht, die eine Wiederbeschreibung
von
H. fitzsimonsi nahe legen. Eine Vielfalt von Wirten und ein weites
Verbreitungsgebiet der Wirtsarten wurde für diese Haemogregarine
nachgewiesen, die in allen fünf Schildkrötenarten parasitiert und zwar
sowohl in den wild lebenden wie auch bei denen in Gefangenschaftshaltung aus
allen vier Provinzen. Der Befall war zu allen Jahreszeiten nachweisbar. Im
Gegensatz zu diesen häufigen Befunden wurde nur bei zwei Individuen von
K. b. belliana und bei einer
S. pardalis, alle drei aus einer
Gefangenschaftshaltung in Kwazulu-Natal,
H. parvula und eingekapselte
Stadien, die jenen von
Hemolivia mauritanica
(
Sergent & Sergent, 1904) entsprachen,
nachgewiesen. Bei
H. fitzsimonsi war die Parasitenprävalenz nicht
aber die Parasitaemia signifikant höher bei
S. pardalis aus
Gefangenschaftshaltungen im Vergleich zu wild lebenden Tieren. Ebenso zeigten in
Gefangenschaft gehaltene weibliche
S. pardalis eine signifikant
höhere Befallsrate als die Männchen, aber jüngere leichtere Wirte
waren nicht signifikant stärker befallen als größere schwere
Individuen. Die Zecken
Amblyomma marmoreum
Koch, 1844 und
A. sylvaticum
(
De Geer, 1778), wurden an einigen
Landschildkröten gefunden und könnten sich als Endwirte für diese
beiden Haemogregarinenarten herausstellen.
Kommentar von H.-J. Bidmon
Diese Arbeit zeigt einem deutlich, womit man bei Importtieren dieser Arten zu
rechnen hat, wobei es fast schon egal ist, ob es sich um Wildfänge oder
Nachzuchten handelt. Insbesondere die hohe Befallsrate bei
S. pardalis
Weibchen sollte aufhorchen lassen. Wenn man bedenkt, wie lange
Hämogregarinenstadien auch außerhalb des Verbreitungsgebiet in den
befallenen Schildkröten unter Umständen überdauern können
(siehe auch
Siroky et al. 2004 oder
SiF 3/2005) sollte man sich schon fragen, ob
die Ausfälle bei Importtieren nicht auch dadurch herrühren
können. Ferner sollte man sich auch fragen, wie wirtsspezifisch sind diese
Hämogregarienen in Bezug zu Zecken wirklich, denn letztendlich ist auch nie
auszuschließen, dass sich auch hier oder zumindest in Südeuropa
Zecken finden könnten, die sie als Wirte zur Vermehrung nutzen könnten.
Literatur
Siroky, P., M. Kamler, & D. Modry (2004):
Long-term occurrence of
Hemolivia cf.
mauritanica
(Apicomplexa: Adeleina: Haemogregarinidae) in captive
Testudo marginata
(Reptilia: Testudinidae): Evidence for cyclic merogony? – Journal of
Parasitology 90: 1391-1393.
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