Wissenschaft im Fokus
Cunningham, P. L.(2005): Testudinidae,
Geochelone pardalis (Bell, 1828) Leopard
tortoise. Prey. – African Herp News 38: 23-24.
Testudinidae, Geochelone
pardalis
(Bell, 1828)
Leopardschildkröte: Beute
Diese Kurzmitteilung beschreibt den Fund von Überresten von
Leopardschildkröten
Geochelone pardalis unter einem Nisthorst des
Kaffernadlers (
Aquila verreauxii) bei der Farm Swartfontein im Westen
Namibias. Die Farm liegt zwischen der Namibwüste und dem Zentralgebiet
Namibias in einer Region die als Spreethoogte Pass bezeichnet wird. Aus dieser
Region sind zwei Horste des Kaffernadlers bekannt, die etwa in einer Entfernung
von 11,5 km zu einander liegen. Einer der Horste befindet sich auf einer hohen
felsigen Bergklippe, der andere auf einem der solitär stehenden
Granitfelskegel in etwa 4 km Entfernung zur Gebirgskette. Beide Nester liegen im
Territorium eines Brutpaars und es wurden nur um das Nest auf dem Granitkegel
Schildkrötenüberreste gefunden. Gefunden wurden 8 Carapaxteile, die
zumindest den sicheren Schluss zulassen, dass diese von mindestens 6
Schildkröten stammten. Die Größe der erbeuteten
Schildkröten wurde anhand der Carapaxrückstände kalkuliert und
ergab, dass es sich ausschließlich um adulte Tiere handelte. Neben den
Schildkrötenresten fanden sich noch Schädelfragmente von
Klippspringern und Pavianen. Im Weiteren werden Arbeiten diskutiert, in denen
beschrieben worden ist, dass eine Menge anderer Tiere juvenile
G.
pardalis fressen, dass der Verzehr von adulten Leopardschildkröten
bislang aber nur für die menschliche Bevölkerung bekannt war. Des
Weiteren wird angeführt, dass anhand der bisherigen Literatur nur bekannt
war, dass der Kaffernadler ein Beutespezialist ist, der zu 90 % vom
Klippschliefer (
Procavia capensis) lebt, wobei nur gelegentlich auch
Reptilien in Form von Schlangen und Schildkröten genommen werden.
Allerdings war bislang nicht beschrieben, um welche Reptilienarten es sich
handelte. Nur
Hawes (2005; in Africa-Birds &
Birding) berichtete kürzlich, dass im Cederberg-Gebiet am westlichen Kap,
36,7 % der Beute des Kaffernadlers aus
Chersina angulata
(Schnabelbrustschildkröten) besteht. Daraus lässt sich
schließen, dass die Kaffernadler in Namibia adulte
G. pardalis
bevorzugen, weil sie größere Beutetiere bevorzugen. Ebenso lässt
sich vermuten, dass der Kaffernadler weit weniger auf bestimmte Beutearten
spezialisiert ist, als früher angenommen und eher lokal häufiger
vorhandene Arten bejagt.
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