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Aktualisiert:
14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Wissenschaft im Fokus


Daza, J. M. & V. P. Paez (2007): Morphometric variation and its effect on reproductive potential in female Colombian slider turtles (Trachemys callirostris callirostris). – Herpetologica 63 (2): 125-134.

Morphometrische Unterschiede und ihre Auswirkungen auf das Reproduktionspotential bei weiblichen Kolumbianischen Schmuckschildkröten (Trachemys callirostris callirostris)


Wir untersuchten die morphometrische Variationsbreite und den Reproduktionserfolg bei Trachemys callirostris callirostris Weibchen aus neun Populationen in der Mompossenke im nördlichen Kolumbien. Zwei Hypothesen (Fragestellungen) wurden überprüft: (1) ob die Phänotypen Eier legender Weibchen in Abhängigkeit zur geographischen Distanz zwischen den Lokalitäten und/oder ihren spezifischen lokalen Umweltbedingungen variieren, und (2) ob ihre Körpergröße Auswirkungen auf ihr Reproduktionspotential und die Charakteristika der Schlüpflinge hat. Es zeigte sich, dass die Populationen sich sowohl bezüglich der Körpergröße als auch in Bezug auf die Körperform unterschieden, wobei die Unterschiede eher mit bestimmten Habitatcharakteristika korreliert waren als in einer Beziehung zur geographischen Entfernung standen. Größere Weibchen fanden sich an Orten mit höheren jährlichen Niederschlagsmengen und geringerem Jagddruck. Die Größe der Weibchen korrelierte signifikant mit der Gelegegröße und Gelegemasse. Obwohl die Habitatcharakteristika den größten Einfluss auf die Größe der Weibchen zu haben scheint, war das Habitat kein alleiniger Anzeiger für das Reproduktionspotenial (Schlupfrate). Spezifische Habitatbedingungen und der Bejagungsdruck wirken sich auf die Phänotypen der Weibchen dieser Region aus und beeinflussen somit die demographischen Schlüsselparameter für die Art, woraus sich wichtige Erkenntnisse für die Erhaltung dieser stark ausgebeuteten Spezies ableiten lassen.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Auch hier wieder ein klarer Hinweis auf die phänotypische Plastizität einer Art, die durch die Umwelt bedingt wird. Siehe auch Abstract und Kommentar zu Lubcke & Wilson (2007): Journal of Herpetology 41 (1): 107-114 oder WiF-Archiv.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus