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14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Kotanalysen bei Schildkröten



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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 22.05.2011 Share it on Facebook


Deeming, D.C. & T.R. Whitfield (2010): Effect of shell type on the composition of chelonian eggs. – Herpetological Journal 20(3): 165–171.

Auswirkungen des Schalentyps auf die Zusammensetzung von Schildkröteneiern.


Diese Studie untersucht die Hypothese, dass die Zusammensetzung von Schildkröteneiern im Bezug auf die Schalenmasse, den Dotter- und Albumingehalt, durch die Struktur der Eischale beeinflusst wird. Insbesondere weil Albumin als Wasserspeicher im Ei dient, gab es die Vermutung, dass hartschalige Eier mehr Albumin enthalten als solche mit weicher Schale, da letztere Wasser viel leichter aus dem Inkubationssubstrat aufnehmen können.
Die Daten wurden aus bisher unveröffentlichter Literatur bezogen. Die 23 untersuchten Schildkrötenarten, setzen sich aus 11 Arten die weichschalige Eier ablegen und 12 mit hartschaligen Gelegen zusammen.
Die lineare Regressionsanalyse (mathematisches Analyseverfahren) wurde durchgeführt um die Beziehung zwischen Eimasse und den drei verschiedenen Komponenten zu ermitteln. Für jede vorgegebene Eimasse zeigte sich, dass die harte Eischale schwerer war als die weiche Eischale. Der Exponent war für hartschalige Eier signifikant höher als für solche mit weicher Schale. Im Gegensatz dazu gab es keine signifikanten Auswirkungen des Schalentyps auf die Dottermasse und die Menge an Albumin. Die Fähigkeit von weichschaligen Eiern Wasser während der Inkubation zu absorbieren spiegelte sich nicht in der Menge des vorhandenen Albumins wider. Die Unterschiede in der Schalenstruktur bei Schildkröten muss sich aus anderen Gründen während der Evolution eingestellt haben und diese Gründe gilt es noch zu erforschen.

Kommentar von Hans-Jürgen Bidmon

Durch die Verwendung von, mit anderer Zielsetzung bereits erhobener Daten, statt eigener Datenerhebung fehlt dieser Arbeit der Praxisbezug.
Wie hartschalige Eier müssen auch weichschalige das Wasser was sie aufnehmen binden und speichern, damit der Embryo nicht ertrinkt. Insofern wird immer eine gewisse Menge Albumin als Wasserspeicher mit Pufferkapazität benötigt. Ich denke, dass der Typ der Eischale im Wesentlichen durch die Umweltbedingungen in den unterschiedlichen Biotopen bedingt wird, denn Eier von Schildkröten die lange anhaltende Trockenphasen überstehen müssen, sind meist ausnahmslos hartschalig und so gut mit Wasser speichernden Albumin ausgestattet, dass direkt nach dem Schlupf noch deutliche Mengen davon als Eiklar sichtbar sind.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus