Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 22.05.2011
Deeming, D.C. & T.R. Whitfield (2010): Effect of shell type on the composition of chelonian eggs.
– Herpetological Journal 20(3): 165–171.
Auswirkungen des Schalentyps auf die Zusammensetzung von Schildkröteneiern.
Diese Studie untersucht die Hypothese, dass die Zusammensetzung von Schildkröteneiern im Bezug auf die Schalenmasse, den Dotter- und
Albumingehalt, durch die Struktur der Eischale beeinflusst wird. Insbesondere weil Albumin als Wasserspeicher im Ei dient, gab es die
Vermutung, dass hartschalige Eier mehr Albumin enthalten als solche mit weicher Schale, da letztere Wasser viel leichter aus dem
Inkubationssubstrat aufnehmen können.
Die Daten wurden aus bisher unveröffentlichter Literatur bezogen. Die 23 untersuchten Schildkrötenarten, setzen sich aus 11 Arten
die weichschalige Eier ablegen und 12 mit hartschaligen Gelegen zusammen.
Die lineare Regressionsanalyse (mathematisches Analyseverfahren) wurde durchgeführt um die Beziehung zwischen Eimasse und den drei
verschiedenen Komponenten zu ermitteln. Für jede vorgegebene Eimasse zeigte sich, dass die harte Eischale schwerer war als die weiche
Eischale. Der Exponent war für hartschalige Eier signifikant höher als für solche mit weicher Schale. Im Gegensatz dazu gab
es keine signifikanten Auswirkungen des Schalentyps auf die Dottermasse und die Menge an Albumin. Die Fähigkeit von weichschaligen
Eiern Wasser während der Inkubation zu absorbieren spiegelte sich nicht in der Menge des vorhandenen Albumins wider. Die Unterschiede
in der Schalenstruktur bei Schildkröten muss sich aus anderen Gründen während der Evolution eingestellt haben und diese
Gründe gilt es noch zu erforschen.
Kommentar von Hans-Jürgen Bidmon
Durch die Verwendung von, mit anderer Zielsetzung bereits erhobener Daten, statt eigener Datenerhebung fehlt dieser Arbeit der
Praxisbezug.
Wie hartschalige Eier müssen auch weichschalige das Wasser was sie aufnehmen binden und speichern, damit der Embryo nicht ertrinkt.
Insofern wird immer eine gewisse Menge Albumin als Wasserspeicher mit Pufferkapazität benötigt. Ich denke, dass der Typ der
Eischale im Wesentlichen durch die Umweltbedingungen in den unterschiedlichen Biotopen bedingt wird, denn Eier von Schildkröten die
lange anhaltende Trockenphasen überstehen müssen, sind meist ausnahmslos hartschalig und so gut mit Wasser speichernden Albumin
ausgestattet, dass direkt nach dem Schlupf noch deutliche Mengen davon als Eiklar sichtbar sind.
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