Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 24.10.2010
De La Ossa J., Vogt R.C., Schneider L. & A. De La Ossa (2009):The influence of temperature on the
feeding behavior of Peltocephalus dumerilianus (Testudines: Podocnemidae). – REVISTA MVZ CORDOBA 14(1): 1587-1593.
Der Einfluss der Temperatur auf das Fressverhalten von Peltocephalus dumerilianus
(Testudines Podocnemidae).
Das Fressverhalten von 50
Peltocephalus dumerilianus Schlüpflingen (Testudines Podocnemididae) wurde unter verschiedenen
Temperaturbedingungen im Labor zu untersucht. Die untersuchten Individuen von
Peltocephalus dumerilianus wurden im Labor
erbrütet. Nach dem Zufallsprinzip wurden die 50 Schlüpflinge in 5 Gruppen aufgeteilt.
Für die Dauer von 2 Monaten wurden Temperaturexperimente durchgeführt, wobei es pro Gruppe 3 Wiederholungen pro Woche gab.
Die Temperatur wurde über elektronische Heizsysteme geregelt und mit digitalen Thermometern (-10 bis + 60 °C (+/- 0.1 °C
Messgenauigkeit) aufgezeichnet. Die Temperaturen wurden alle 10 min um 0,25 °C erhöht bis die eingestellte Zieltemperatur erreicht
war die dann für die Dauer von 60 min. für jeden einzelnen Test beibehalten wurde. Die für die Tests ausgewählten
Temperaturen betrugen 26 °C, 30 °C, 34 °C, 38 °C, bei einer Umgebungstemperatur von 26,8 °C. Die Dauer der
Nahrungsaufnahme in Minuten sowie die aufgenommene Nahrungsmenge als Volumen, wurden ermittelt. Des Weiteren wurden notiert: der Zeitpunkt
zu dem die Schildkröten begannen nach Futter zu suchen sowie zwei charakteristische Verhaltensweisen, nämlich Schnappen und um das
Futter streiten.
Allgemein ausgedrückt ergaben sich für alle Tests signifikante Ergebnisse die zeigten, dass mit sich die Nahrungsaufnahme bei
höheren Temperaturen verlängert, dass mit abnehmender Temperatur die aufgenommene Nahrungsmenge sinkt, je niedriger die
Temperatur desto länger dauert die Phase bis die Schildkröten mit der Nahrungssuche beginnen. Diese Ergebnisse beweisen das ein
starker Zusammenhang zwischen Nahrungsaufnahme und damit verbundenen Verhaltensweisen und der Temperatur besteht.
Kommentar von Hans-Jürgen Bidmon
Was mich bei dieser Studie verwundert ist, dass die Autoren angeblich bis zu einer Temperatur von 38 °C (höchste verwendete
Temperatur der Versuchsreihe) eine Zunahme der Nahrungsaufnahme nachweisen konnten. Die Vertreter der
Podocnemidae leben zwar in
sehr warmen Biotopen und zeigen auch mit die höchsten Pivotaltemperaturen die für Schildkröten bekannt sind (siehe
Lubiana, A. & P. D. Ferreira 2009 ), allerdings gibt eine ältere Arbeit für
Peltocephalus
dumerilianus an, dass die Jahresdurchschnittstemperatur über 24 °C liegt und es keine größeren jahreszeitlichen
Schwankungen gibt (
Perez-Eman & Paolillo (1997)).
Literatur
Lubiana, A. & P. D. Ferreira (2009) Pivotal temperature and sexual dimorphism of
Podocnemis
expansa hatchlings (Testudines: Podocnemididae) from Bananal Island, Brazil. – Zoologia 26 (3): 527-533 oder
WiF-Archiv.
Perez-Eman, J.L. & A. Paollillo O (1997) Diet of the Pelomedusid turtle
Peltocephalus
dumerilianus in the Venezuelan Amazonas. J. Herpetology, 31: 173-179.
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