Wissenschaft im Fokus
Dinapoli, L. & B.
Capel (2007): Germ cell depletion does not alter
the morphogenesis of the fetal testis or ovary in the red-eared slider turtle
(Trachemys scripta). Journal of Experimental Zoology Part B Molecular
and Developmental Evolution. – 308B (3): 236-241.
Keimzellentfernung verändert nicht die Morphogenese
der fetalen Hoden oder Ovarien bei der Rotwangen-Schmuckschildkröte
(Trachemys scripta)
Bei Rotwangen-Schmuckschildkröten,
Trachemys scripta, enthalten
sowohl voraussichtliche männliche als auch weibliche Gonadenanlagen
primitive strangartige Strukturen (Samenstrang-artig) zu dem Zeitpunkt, zu dem
sich die Gonaden erstmals formen. Primordiale Keimzellen wandern dann in die
Gonaden ein und akkumulieren auf deren dem Cölom zugewandten
Oberfläche. Wenn zu dieser Zeit die Hodenentwicklung induziert wird,
entwickeln sich diese Stränge weiter, und zeitgleich wandern die Keimzellen
von der cölomischen Oberfläche in die Stränge ein und verteilen
sich im Inneren der Stränge. Im Gegensatz dazu proliferieren die Keimzellen
in einer definierten kortikalen Domäne, wenn die Entwicklung zum Eierstock
induziert wird, und die strangartigen Strukturen degenerieren und bilden flache
Lakunen in der Medulla der Ovarien. Aufgrund dieser engen Beziehung zwischen der
Keimzelleinwanderung und diesen Entwicklungsprozessen untersuchten wir, ob bei
Schildkröten die Keimzellen notwendig sind, um die morphologische
Entwicklung zum fetalen Hoden bzw. Ovar zu steuern. Wir liefern hier Beweise
dafür, dass die normale morphologische Entwicklung der fetalen Gonaden in
beiden Geschlechtern von
T. scripta auch nach Entfernung der Keimzellen
abläuft, was nahe legt, dass diese Entwicklungsmechanismen bei den
Wirbeltieren einheitlich konserviert sind.
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