Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 23.04.2011
Fagundes, C. K., A. Bager & S. T. Z. Cechin (2010): Trachemys dorbigni in an anthropic
environment in southern Brazil: II) Reproductive ecology. – Herpetological Journal 20 (3): 195-199.
Trachemys dorbigni in einer anthropogen beeinflussten Umwelt im südlichen Brasilien: II. Reproduktionsökologie.
Die Biologie der Wasserschildkröte
Trachemys dorbigni ist nur unzureichend bekannt. Um einen Beitrag zur
Reproduktionsökologie der Art zu leisten, untersuchten wir eine Population im südlichen Brasilien von September 2006 bis
Januar 2007. Die Nistsaison dauerte vom 22. Oktober bis zum 4. Januar. Die durchschnittliche Gelegegröße lag bei 8,2 Eiern, mit
einer durchschnittlichen Eigröße von 37,3×20,2 mm, was bislang den niedrigsten Werten für die Art entspricht. Die
Eidimensionen zeigten keine Beziehung zur Gelegegröße und der Größe der jeweiligen Weibchen. In dieser Population
produzierten während der Nistsaison nur 35,3 % der Weibchen Gelege und 11,9 % produzierten zwei Gelege. Die Inkubationstemperatur in
den Nestern reichte von 16,1 bis zu 35,5 °C (Mittel 27,3 °C). Die Entfernung der Nester zum nächstgelegenen Sumpf schwankte
zwischen 0,4 m und 160,5 m (Mittel = 60,5 m), und die Nestplünderungen nahmen mit zunehmender Nähe zum Ufer zu. Diese Studie
zeigt, wie wichtig es ist, die Habitatnutzung der Tiere zu kennen, um die Auswirkungen durch die vom Menschen verursachten Störungen
abzuschätzen und die reproduktiven Parameter für die Schildkröten zu verbessern.
Kommentar von Hans-Jürgen Bidmon
Siehe auch Fagundes et al. 2010.
Literatur
Fagundes, C. K., A. Bager & S. T. Z. Cechin (2010):
Trachemys dorbigni in an anthropic environment
in southern Brazil: I) Sexual size dimorphism and population estimates. – Herpetological Journal 20 (3): 185-193 oder
WiF-Archiv.
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