Wissenschaft im Fokus
Fischer, S., K.
Strutzberg-Minder, G.
Müller & M.
Homuth (2006): Molecularbiological diagnosis of
herpes virus infection of a juvenile Russian tortoise (Agrionemys
horsfieldii) with skin and lung lesions. – Berliner und
Münchner tierärztliche Wochenschrift 119 (1-2): 28-34.
Molekularbiologisch Diagnose einer Herpesvirusinfektion
einer juvenilen Steppenschildkröte (Agrionemys
horsfieldii) mit Haut- und Lungenläsionen
Herpesvirusinfektionen sind bedeutend für die Pflege von Wasser- und
Landschildkröten. Die klinischen Anzeichen variieren von unspezifischen
Symptomen aufgrund unterschiedlicher Organmanifestationen bis zum klassischen
Bild der Rhinitis-Stomatitis. Der vorgestellte Fall zeigte die typische Erkrankung nur
dahingehend, dass die klinischen Symptome erst nach der Winterstarre auftraten,
wobei keine Stomatitis und keine UlcerationenT der Mundschleimhaut auftraten.
Andererseits fanden sich aber Hautläsionen an den Beinen, die aufgrund der
Diagnose auf Herpesviren zurück geführt werden konnten. In dieser
Fallstudie werden verschiedene Symptome, Probenentnahmemethoden und
Diagnoseverfahren mit zwei unterschiedlichen PCR-Methoden vorgestellt. Nach der
Winterstarre wurden bei einer Russischen Landschildkröte
(
Agrionemys horsfieldii) ante mortem und postmortem Proben
entnommen und virologisch, pathologisch, bakteriologisch und parasitologisch
untersucht. DNS-Fragmente, die spezifisch für
Landschildkröten-Herpesvirus sind, wurden in den verschiedenen Organen
und Körperflüssigkeiten nachgewiesen. Zusätzlich wurden
basophile intranukleäre Einschlusskörper gefunden. Die
bakteriologische Untersuchung zeigte ein hohes Maß an
Pasteurella
testudinis in den Lungen. Bei der parasitologischen Untersuchung fanden sich
Nematoden (Oxyuridae). Eine potentielle Herpesvirusprophylaxe wird diskutiert.
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