Wissenschaft im Fokus
Fuentes, M. M. P. B., I. R.
Lawler & E.
Gyuris (2006): Dietary preferences of juvenile
green turtles (Chelonia mydas) on a tropical reef flat. –
Wildlife Research 33 (8): 671-678.
Nahrungspräferenzen von juvenilen
Suppenschildkröten (Chelonia mydas) auf einer
tropischen Riffplatte
Wir geben hier die erste Beschreibung zur Nahrungsauswahl von jungen
Suppenschildkröten an einem tropischen Nahrungsgrund, in diesem Fall einer
Riffplatte. Wir sammelten dazu 85 Magenspülungen von 76 Schildkröten
und verglichen dann die gefressenen Nahrungsbestandteile (Lebewesen) mit jenen,
die am Ort vorhanden waren. An einigen Tieren konnten Zweitproben genommen
werden, was es ermöglichte, erste Einblicke zu gewinnen, ob es einen
Wechsel in der Nahrung der jungen Schildkröten gibt. Das Areal der
Riffplatte bei Green Island, Queensland, Australia, hatte einen etwa
ausgeglichenen Bewuchs mit Seegräsern (52 %) und mit Algen (48 %). Sieben
Arten von Seegras und mindestens 26 Algenspezies konnten identifiziert werden.
Bezogen auf die Fläche waren die dominierenden Seegräser
Cymodocea sp. (29,7 %),
Halodule sp. (11,1 %),
Thalassia sp. (6,4 %) und
Syringodium sp. (4,5 %). Die
häufigsten Algen waren
Halimeda spp. (10,2 %). und
Galaxaura sp. (7,25 %). Die meisten der jungen Suppenschildkröten
verzehrten primär Seegras und nur einige Individuen fraßen
primär an Algen. Die Schildkröten zeigten klare Präferenzen
für das Seegras
Thalassia hemprichii und die Algen
Gracilaria spp.,
Gelidiella sp.,
Hypnea spp. und das,
obwohl diese in den meisten Fällen nur spärlich vorhanden waren.
Möglichkeiten zur Verbesserung unseres Verständnisses für die
Nahrungspräferenzen, einen möglichen Nahrungswechsel und für die
potentiellen Faktoren, die dabei eine Rolle spielen, werden diskutiert.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Auch diese Arbeit stellt einen ersten Schritt dar, die
Nahrungsbedürfnisse und Ernährungsökologischen Ansprüche von
Suppenschildkröten besser zu verstehen und die Erkenntnisse für das
Biotopmanagement und vielleicht auch für die Haltung nutzbar zu machen.
Auch aus diesen Daten lässt sich klar erkennen, dass Schildkröten
– wie das für andere Spezies auch bekannt ist – selektiv die
Nahrung wählen. Dabei sollte klar sein, dass das Verständnis
dafür, warum die Tiere selektieren und was die essentiellen Faktoren
beziehungsweise Nahrungsbestandteile sind ,die die Tiere brauchen,
Grundvoraussetzungen für deren Erhaltung und auch für deren
Gefangenschaftshaltung in den großen Schauaquarien darstellen.
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