Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 14.11.2010
Fujii A. & M. R. J. Forstner (2010): Genetic Variation and Population Structure of the Texas Tortoise,
Gopherus berlandieri (Testudinidae), with Implications for Conservation. Chelonian Conservation and Biology 9(1): 61-69.
Genetische Variation und Populationsstruktur der Texas-Gopherschildkröte, Gopherus
berlandieri (Testudinidae), Konsequenzen für die Arterhaltung.
Die Texas-Gopherschildkröte (
Gopherus berlandieri) ist in Texas auf Bundesstaatsebene geschützt und gefährdet. Die
Ausweitung der landwirtschflichen Flächen Nutzung und die Stadtentwicklung sind die Hauptursachen für die Habitatzerstörung.
Um genetische Daten zu erhalten die eine Populations-Erhaltungsplanung für diese Spezies erlauben untersuchten wir die genetische
Variation, die Populationsstruktur und die Prozesse die dazu beitragen diese beobachtete Struktur in der Texas-Population von
G.
berlandieri aufrecht zu erhalten. Die genetische Variation der Mikrosatelliten die für 8 polymorphe Loci bekannt ist wurde bei
insgesamt 138 Individuen aus 10 Lokalitäten im südlichen Texas untersucht. Zuordnungstests, F-Statistiken, und Analysen der
molekularen Varianz zeigten, dass
G. berlandieri eine schwach ausgeprägte Populations-Differenzierung zwischen
nördlicheren und südlicheren Gruppen aufweist. Die Grenze zwischen den Gruppen verläuft im südlichen Duval County. Ein
Test zur Erfassung der Isolation die durch die Entfernung bedingt ist, und die indirekte Abschätzung der Anzahl von Migranten (Nm)
lässt einen jüngst erfolgten Genfluss zwischen beiden Gruppen vermuten. Die Abschätzung des Ausmaßes der eigentlichen
Migration von Exemplaren zwischen den Gruppen wird dadurch kompliziert, dass es auch zur Schildkröten-Translokation durch den Menschen
kommt, sodass eine asymmetrische Richtung der Migration durch weiter Untersuchungen abgesichert werden muss.
Gopherus berlandieri
ist also nur wenig differenziert was sich dadurch begründet, dass es eine fortschreitende Migration zwischen den Gruppen gibt. Aufgrund
der begrenzten Populationsstruktur und vor dem Hintergrund der anhaltenden Habitatzerstörung erscheint die Aufteilung in zwei
Erhaltungsmanagement Einheiten nicht gerechtfertigt. Die Erhaltungsmaßnahmen sollten deshalb eher darauf abzielen die
Konnektivität zwischen den Gruppen aufrecht zu erhalten und damit auch die genetische Variation zwischen beiden Gruppen.
Kommentar von Hans-Jürgen Bidmon
Wieder eine schöne Arbeit die hervorhebt wie wichtig die genetische Variation und die damit verbundene Konnektivität ist. Dieses
Thema wurde schon des Öfteren diskutiert, da es auch eine nicht zu unterschätzende Relevanz für die Erhaltungszucht stark
bedrohter Arten hat. Siehe:
Howeth (2008).
Literatur
Howeth J. G.,McGaugh S. E. & D. A. Hendrickson (2008): Contrasting demographic and genetic estimates of
dispersal in the endangered Coahuilan box turtle: a contemporary approach to conservation. – Molecular Ecology 17: 4209–4221
oder
WiF-Archiv.
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