Wissenschaft im Fokus
Gál, J. G. (2007): Goitre in an Egyptian
tortoise (Testudo kleinmanni). – Magyar Állatorvosok Lapja
129 (8): 490-493.
Kropfbildung bei der Ägyptischen
Landschildkröte (Testudo kleinmanni)
Kropfbildung assoziiert mit einer Schwellung der Schilddrüse konnte bei
einer Ägyptischen Landschildkröte (
Testudo kleinmanni)
diagnostiziert werden, die häufiger mit Kohl (
Brassica oleracea)
gefüttert worden war. Die histopathologische Untersuchung der
Schilddrüse zeigte Abnormalitäten, die charakteristisch für ein
Kolloidstruma sind. Bezogen auf diesen aktuellen Fall wird darauf verwiesen,
welches Risiko Futtermittel für terrestrische Landschildkröten bergen,
die goitrogene (kropfbildende) Substanzen enthalten.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Das Kolloidstruma der Schilddrüse wird durch Jodmangel hervorgerufen
und Kreuzblüttler, zu denen auch die Kohlarten gehören, sind
dafür bekannt, dass sie Senfölglykoside enthalten, die Jod binden und
damit die Jodaufnahme hemmen. Gerade Landschildkröten, deren
Ursprungshabitate in Küstennähe liegen, sind an eine ausreichende
Jodversorgung angepasst und reagieren auf Jodmangel mit pathologischen
Veränderungen wie schon Frye (1991) beschrieb.
Insofern kann es für solche Arten sogar von Bedeutung sein, nicht nur auf
Verfütterung jodbindender Futtermittel zu verzichten, sondern
zusätzlich über Jodtabletten eine ausreichende Jodzufuhr zu
gewährleisten. Für weiterführende Erklärungen siehe
Bidmon (2006): Die Aufzucht und Ernährung
Europäischer Landschildkröten – Grundlagen und Rezepte,
Futtermittel und Zusatzstoffe. –
Sonderband Testudo, Seite 123ff.
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