Wissenschaft im Fokus
Garner, M. M., C. H.
Gardiner, J. F.
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Johnson, T.
McNamara, M.
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Childress & E. R.
Jacobson (2006): Intranuclear coccidiosis in
tortoises: nine cases. – Veterinary Pathology 43 (3): 311-320.
Intranukleäre Kokzidiose bei Landschildkröten:
Neun Fälle
Eine intranukleäre (gemeint sind Zellkerne) Kokzidiose ist bislang nur von
zwei Strahlenschildkröten (
Geochelone radiata) bekannt und gilt
als selten. Wir beschreiben hier den histologischen Nachweis von einer
intranukleären Kokzidiose für zwei Strahlenschildkröten, drei
Travancore-Schildkröten (
Indotestudo forstenii), zwei
Pantherschildkröten (
Geochelone pardalis), einer afrikanischen
Schnabelbrustschildkröte (
Chersina angulata) und einer
Manouria impressa. Die Infektionen waren immer systemisch und betrafen
den Verdauungstrakt, das Urogenitalsystem, das Atmungs-, Lymph- und
Endokrine-System sowie das Integument (Haut). Trophozoiten, Meronten,
Merozoiten, Makrogametozyten, Mikrogametozyten und nicht-sporulierte Oozysten
(alles verschiedene Entwicklungsstadien der Kokzidien) wurden histologisch oder
mittels der Elektronenmikroskopie nachgewiesen. Intrazytoplasmatische und
extrazelluläre Stadien der Parasitenentwicklung waren ebenso histologisch
nachweisbar. Die Sequenzierung eines Kokzidialen 18S rRNA
Consensus-Polymerasekettenreaktions (PCR)-Produkts zeigte eine ganz neue
Sequenz. Die damit erhaltene phylogenetische Information könnte für
die Entwicklung neuer diagnostischer Nachweissysteme hilfreich sein. Die
intranukleäre Kokzidiose ging in allen Fällen mit unterschiedlichen
Schweregraden von Entzündungsreaktionen einher und wurde als Auslöser
für den Tod bei sechs dieser Schildkröten angenommen, wobei als
gesichert gelten kann, dass die Kokzidiose wesentlich zum Tod von zwei weiteren
Tieren beigetragen hat.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Auch hier zeigt sich, dass Kokzidiose, wenn auch selten diagnostiziert,
vermutlich häufiger als angenommen auftritt und dass sie mittlerweile wohl
bei Arten aus fast allen Kontinenten nachgewiesen worden ist. Man kann nur
hoffen, dass die Tiere sich nur in Gefangenschaft infiziert haben, denn
ansonsten müsste man wohl davon ausgehen, dass sie schon auch bei
Schildkröten global verbreitet ist.
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