dauvi Verlag – Schildkröten im Fokus dauvi Verlag
 
News
Zeitschriften
Bücher
Verlag
Impressum
 
 
S U C H E


Neue Seiten anzeigen
powered by crawl-it
Kindersuchmaschine fragFINN
 
N E W S
Wissenschaft
im Fokus

Aktualisiert:
14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

  RSS-Feed
  facebook

Kotanalysen bei Schildkröten



Aktuelle Ausgabe:

Jetzt im Format DIN A4


Wissenschaft im Fokus


Garner, M. M., C. H. Gardiner, J. F. Wellehan, A. J. Johnson, T. McNamara, M. Linn, S. P. Terrell, A. Childress & E. R. Jacobson (2006): Intranuclear coccidiosis in tortoises: nine cases. – Veterinary Pathology 43 (3): 311-320.

Intranukleäre Kokzidiose bei Landschildkröten: Neun Fälle


Eine intranukleäre (gemeint sind Zellkerne) Kokzidiose ist bislang nur von zwei Strahlenschildkröten (Geochelone radiata) bekannt und gilt als selten. Wir beschreiben hier den histologischen Nachweis von einer intranukleären Kokzidiose für zwei Strahlenschildkröten, drei Travancore-Schildkröten (Indotestudo forstenii), zwei Pantherschildkröten (Geochelone pardalis), einer afrikanischen Schnabelbrustschildkröte (Chersina angulata) und einer Manouria impressa. Die Infektionen waren immer systemisch und betrafen den Verdauungstrakt, das Urogenitalsystem, das Atmungs-, Lymph- und Endokrine-System sowie das Integument (Haut). Trophozoiten, Meronten, Merozoiten, Makrogametozyten, Mikrogametozyten und nicht-sporulierte Oozysten (alles verschiedene Entwicklungsstadien der Kokzidien) wurden histologisch oder mittels der Elektronenmikroskopie nachgewiesen. Intrazytoplasmatische und extrazelluläre Stadien der Parasitenentwicklung waren ebenso histologisch nachweisbar. Die Sequenzierung eines Kokzidialen 18S rRNA Consensus-Polymerasekettenreaktions (PCR)-Produkts zeigte eine ganz neue Sequenz. Die damit erhaltene phylogenetische Information könnte für die Entwicklung neuer diagnostischer Nachweissysteme hilfreich sein. Die intranukleäre Kokzidiose ging in allen Fällen mit unterschiedlichen Schweregraden von Entzündungsreaktionen einher und wurde als Auslöser für den Tod bei sechs dieser Schildkröten angenommen, wobei als gesichert gelten kann, dass die Kokzidiose wesentlich zum Tod von zwei weiteren Tieren beigetragen hat.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Auch hier zeigt sich, dass Kokzidiose, wenn auch selten diagnostiziert, vermutlich häufiger als angenommen auftritt und dass sie mittlerweile wohl bei Arten aus fast allen Kontinenten nachgewiesen worden ist. Man kann nur hoffen, dass die Tiere sich nur in Gefangenschaft infiziert haben, denn ansonsten müsste man wohl davon ausgehen, dass sie schon auch bei Schildkröten global verbreitet ist.




Zum Seitenanfang



Tipp:
Benutzen Sie die Suchfunktion unserer Homepage, so können sie einfach und schnell unsere Seiten nach einem bestimmten Begriff durchsuchen.



© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus