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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 03.10.2010 Share it on Facebook


Guo, J.H., Zhu, X.P., Zhao, W.H., Wei, C.Q., Chen, Y.L. (2010): Effects of incubation temperature and substrate humidity on embryonic development of Mauremys mutica. Ying Yong Sheng Tai Xue Bao – The journal of applied ecology 21(1): 215-20.

Einfluss von Inkubationstemperatur und Substratfeuchte auf die Embryonalentwicklung von Mauremys mutica.


Eier der gelben Sumpfschildkröte oder auch Dreikiel-Bachschildkröte (Mauremys mutica) wurden in Vermiculit bei neun verschiedenen Kombinationen von Temperatur und Substratfeuchte inkubiert (siehe Tabelle 1), um deren Interaktion und Einfluss auf die Embryonalentwicklung von M. mutica zu untersuchen.

Nr. Temperatur (C°) Substratfeuchte (kPa)
1 25 -12 (sehr feucht)
2 29 -12 (sehr feucht)
3 33 -12 (sehr feucht)
4 25 -150 (mittel)
5 29 -150 (mittel)
6 33 -150 (mittel)
7 25 -300 (trocken)
8 29 -300 (trocken)
9 33 -300 (trocken)

Tab.:1 : Temperatur und Substratfeuchte der neun Versuche


Im Rahmen statistischer Analysen zeigte sich das die initiale (anfängliche) Eimasse, die Inkubationstemperatur, die Substratfeuchte sowie die Interaktion beider Parameter signifikante Auswirkungen auf das Embryogewicht zum Schlupfzeitpunkt hatten.
So nahmen bei gleichen Temperaturen die im feuchtesten Substrat inkubierten Eier (-12 kPa) stärker an Gewicht zu, als jene die trockener (-150 kPa und -300 kPa) inkubiert wurden.
Die Temperatur hatte einen signifikanten Einfluss auf die Inkubationsdauer, während die Substratfeuchte und ihre Interaktion mit der Temperatur diese nicht beeinflussten.
Beides, Inkubationstemperatur und Substratfeuchte hatten einen signifikanten Einfluss auf die Schlupfrate und auf den Vorgang des Eischalenaufbruchs.
Anomalien der Schlüpflinge ergaben sich bei Inkubationstemperaturen von 25 C° sowie bei 33 C° jedoch nicht bei 29 C°.
Es wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen Inkubationstemperatur und Schlupfgewicht sowie den Abmessungen des Schlüpflings (unter anderem: Carapaxlänge und Breite, Plastronlänge und Breite, Panzerhöhe) nachgewiesen, ein derartiger Zusammenhang konnte für die Substratfeuchte nur für die Plastronlänge nachgewiesen werden. Des weiteren konnte kein Zusammenhang der Kombinationen beider Parameter mit den Abmessuungen des Schlüpflings bestätigt werden.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Der letzte Teil erscheint zunächst widersprüchlich, bei näherer Betrachtung der Daten zeigt sich jedoch das für die morphologischen Unterschiede meist allein die Temperaturunterschiede verantwortlich waren. Der Zusammenhang zwischen Substratfeuchte und Plastronlänge erfolgte innerhalb der einzelnen Gruppen unabhängig von der Temperatur. Allerdings bleiben Zweifel ob die Daten richtig ausgewertet wurden, denn die Autoren zeigten ebenfalls einen Einfluss der Temperatur auf die Plastronlänge, sodass es gar nicht so einfach sein dürfte den Einfluss beider Parameter Temperatur und Feuchte bei der Auswertung zu trennen. Trotz allem eine sehr schöne Arbeit die unser Grundlagenwissen zur artifiziellen Inkubation dieser Spezies bereichert, allerdings sind wohl die meisten von uns darauf angewiesen sich anhand der graphischen Darstellung der Befunde die Ergebnisse zu erschließen, denn der Text ist in Chinesisch.

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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus