Wissenschaft im Fokus
Harms, H. K., R. T.
Paitz, R. M.
Bowden & F. J. Janzen (2005): Age and season
impact resource allocation to eggs and nesting behavior in the painted turtle.
– Physiological and Biochemical Zoology 78 (6): 996-1004.
Alter und Saison beeinflussen die Ressourcenverteilung
bezüglich Eiern und Nistverhalten der Zierschildkröte
Die Theorie sagt, dass bei langlebigen Organismen Weibchen während ihres
frühen Lebens weniger Energie in die Fortpflanzung und mehr in die
Selbsterhaltung stecken, wobei diese Waagschale umschlägt und der relative
Wert jedes Fortpflanzungsereignisses mit dem Alter des Weibchen ansteigt. Wir
untersuchten diesen Wechsel, indem wir die Variation des Ressourcenverbrauchs
für Eier innerhalb einer Population bei weiblichen Zierschildkröten
(
Chrysemys picta) charakterisierten und diese Variation in Beziehung zu
ihrer Nistökologie und Lebenshistorie setzten. Wir untersuchten Fett und
Proteinbereitstellung für Dotter unter Berechnung des relativen
Weibchenalters und der Saisoneffekte (erste versus zweite Gelege je Weibchen).
Ältere Weibchen scheinen ihre Investition in die Reproduktion zu
erhöhen, indem sie größere Eier legen, aber diese Eier sind
nicht unproportional reicher an Fett oder Protein als die kleineren Eier der
jüngeren Weibchen. Innerhalb der Nistsaison haben erste Gelege mehr Fett
und Protein als zweite Gelege. Außerdem haben wir herausbekommen, dass
jüngere Weibchen näher am Wasser legen, als ältere. Unsere
Ergebnisse zeigen, dass Wechsel bezüglich des Ressourcenverbrauchs und des
Nistverhaltens sowohl saisonal als auch altersbedingt auftreten, was auf eine
ontogenetische Variation in den Lebenszyklusstrategien bei dieser langlebigen
Schildkröte vermuten lässt.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Diese Arbeit belegt, was man auch als Schildkrötenhalter und
Züchter beobachten kann und was auch durch andere Befunde gestützt
wird, dass die Eigröße auch von morphologischen Gegebenheiten des
Weibchens mit bedingt wird, und da haben ältere und größere
Exemplare andere Voraussetzungen als zwar geschlechtsreife, aber noch nicht voll
ausgewachsene Weibchen. Da größere Eier und Schlüpflinge sowohl
bei Wasserschildkröten als auch bei Landschildkröten
Überlebensvorteile haben, scheinen junge noch etwas schneller wachsende,
geschlechtsreife Weibchen ihre Energiereserven noch zu splitten, zum einen in
Eigenwachstum und zum anderen für die Eiressourcen.
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