Wissenschaft im Fokus
Hauswaldt, J. S. & T. C.
Glenn (2005): Population genetics of the
diamondback terrapin (Malaclemys terrapin). – Molecular Ecology
14 (3): 723-732.
Populationsgenetik der Diamantschildkröte
(Malaclemys terrapin)
Wir untersuchten populationsgenetische Strukturen der Diamantschildkröte
(
Malaclemys terrapin) innerhalb und unter Uferbereichen. Basierend auf
Markierungs-Wiederfang-Studien hatten diese Schildkröten eine hohe
Standortstreue. Wir testeten, ob sich die beobachtete Ortstreue der Adulten in
Ufer-Flachwasserabschnitts-spezifischen populationsgenetischen Strukturen von
sechs hochpolymorphen Mikrosatelliten-Loki (fünf Tetranukleotide und ein
Dinukleotid) widerspiegelt. Es wurden keine Anzeichen für eine
Populationsstrukturierung gefunden, weder in den Küstengewässern um
Charleston, noch entlang von drei verschiedenen Brackwasserzonen von South
Carolina. Daraufhin untersuchten wir vier andere
Diamantschildkröten-Populationen von North-Carolina bis New York, wie auch
von den Florida Keys und Texas. Mit ansteigender geographischer Entfernung
steigt auch die genetische Differenzierung von South Carolina bis New York,
wohingegen alle anderen Verschiedenheitswerte gering waren. Der
Dinukleotid-Lokus leistet einen signifikant größeren Beitrag zur
genetischen Differenzierung einiger Populationsuntersuchungen als irgendeiner
der anderen Loki. Interessanterweise sind die Diamantschildkröten von
South Carolina bis New York denen aus Texas (rho = 0,154) genetisch
ähnlicher als jenen aus Florida (rho = 0,357). Wir schreiben dieses Muster
den ausgedehnten Translokationen von Diamantschildkröten während des
frühen 20. Jahrhunderts zu, die durchgeführt worden waren, um sinkende
Populationsgrößen aufzufüllen und um Schildkrötenfarmen mit
festem Bestand zu erhalten. In Texas wurden Diamantschildkröten wegen ihrer
großen Größe speziell für die Verschiffung in die
nordöstliche USA gesammelt. Unsere Studien zeigen keine
Populationsstrukturen innerhalb oder entlang aneinandergrenzender
Küstenabschnitte. Die Markierungs-Wiederfang-Informationen über adulte
und subadulte Tiere zeigen, dass die Futterplätze nur eine dürftige
Vorhersage über deren genetischen Populationsstruktur angeben.
Zusätzlich scheint es so zu sein, dass zurückliegende menschliche
Aktivitäten die Genetik der Populationen drastisch verändert haben.
Schlussendlich zeigen unsere Daten, dass aus genetischer Sicht nichts gegen eine
Translokation von Eiern zur Populationsauffrischung innerhalb der
Küstenregionen oder zwischen benachbarten Küstenabschnitten
spricht.
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