Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 30.05.2010
Hei, N. N., P. Yang, J. X. Liu, H.J. Bao, H. L. Liu, H. Zhang & Q. S. Chen (2010): Fine structural
observation on the oogenesis and vitellogenesis of the Chinese soft-shelled turtle (Pelodiscus sinensis). – Zygote 18 (2):
109-120.
Feinstrukturelle Beobachtungen während der Oogenese und Vitellogenese bei der Chinesischen Weichschildkröte
(Pelodiscus sinensis).
Hier wurden die Feinstruktur anhand einer elektronenmikroskopischen Studie für die Oogenese (Eibildung) und Vitellogenese
(Dotterbildung) sowie die Veränderungen bei den Follikelzellen bei der chinesischen Weichschildkröte, (
Pelodiscus
sinensis) untersucht. Die histologische Untersuchung der Eierstöcke zeigte ein gut ausgeprägtes Lakunensystem das viele feine
Granula, Fasern oder gelatinöses Material enthielt. Zudem gab es dort meist ein bis zwei Keimzellbetten, die sich über die dorsale
Oberfläche des ovariellen Kortex verteilten. Der Vorgang der Oogenese (Eireifung) ließ sich in 10 Phasen unterteilen, die man
anhand der Morphologie der Dotterblättchen, anhand der Follikelzellen und der Zona pellucida bestimmen konnte. Elektronenmikroskopisch
zeigte sich, dass einige der Mitochondrien abgebaut und in Dottergranula transformiert wurden. Im fortgeschrittenen Stadium der
Dotterbildung waren große Mengen an rauem endoplasmatischen Retikulum, Golgiapparate und andere Zellorganellen vorhanden, die in die
Synthese und Sekretion der Follikelzellen involviert waren. Die
Zona pellucida war durch Mikrovilli gekennzeichnet, wodurch die
absorbierende Oberfläche der Oozyte vergrößert wurde, womit der Transport von Nährstoffen vom Follikelepithel zur
Oozyte beschleunigt wurde. Diese Untersuchung zeigt, dass die Eierstöcke der Mitglieder der Testudinidae mehr Gemeinsamkeiten mit denen
der Archosauria aufweisen, als mit jenen der Squamata, was andeutet, dass diese Parameter innerhalb der Archosauria phylogenetisch
konserviert worden sind. Die derzeitige Beobachtung lässt den Schluss zu, dass die Dotterakkumulation in der Eizelle von inneren und
äußeren Mechanismen und von den Follikelzellen kontrolliert wird. Diese Befunde unterstützen eine enge Beziehung zwischen
Testudinidae und Archosauria, aber nicht zu anderen Reptilien.
Kommentar von H.-J. Bidmon
Auch hier ein gutes Beispiel für die Förderung der Grundlagenforschung auf dem herpetologischen Sektor in China. Schade finde ich
nur, dass die Autoren bei der Eierstockuntersuchung nicht auch gleich die Möglichkeiten zur Spermaspeicherung und Befruchtung reifer
Eier mit untersucht haben.
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