Wissenschaft im Fokus
Jackson, D. C. (2004):
Surviving extreme lactic acidosis: the role of calcium lactate formation
in the anoxic turtle. – Respiratory Physiology & Neurobiology:
173-178.
Überleben bei
extremer Milchsäureansäuerung: Die Rolle von Calciumlaktatbildung
bei anoxischen Schildkröten
Während anhaltendem Sauerstoffmangel bei niedriger Temperatur treten bei
Süßwasserschildkröten hohe Plasmakonzentrationen von Laktat
(Milchsäure) und Calcium auf. Bei diesen hohen Konzentrationen bilden sich
Calciumlaktatkomplexe, die aufgrund der niedrigen Assoziationskonstante unter
Normalbedingungen kaum physiologische Bedeutung haben. Diese Calciumlaktatkomplexe
führen zu einer signifikanten, drastischen Verringerung der freien Calcium-
und Laktatkonzentrationen. Zusätzlich wird Laktat im Carapax und Skelett in
einer Menge aufgenommen, die vermutlich auch dort zur Calciumlaktatbildung
führt und zeigt wie diese Skelettstrukturen insbesondere davon betroffen
werden. Die Bindung von Calcium an Laktat trägt also dazu bei, dass Laktat
aus den anoxischen Zellen abfließen kann und zeigt die große Bedeutung
der Pufferkapazität von Panzer und Skelett bei Übersäuerung.
Anmerkung H.-J. Bidmon:
Deutlich wird dabei auch der auftretende Mangel an freiem Calcium und dass sich
das im Knochen befindliche Calciumphosphat lösen muss und nach der Reaktion zu
Calciumlaktat auch nicht als Reaktionspartner für das Phosphat zur
Verfügung steht. Kann also die Übersäuerung nicht schnell genug
zurückgeführt werden, muss das Phosphat ausgeschieden werden oder sich
ebenfalls mit unphysiologischeren Reaktionspartnern verbinden. Siehe dazu auch
Anmerkung in Schildkröten im Fokus 1/2005, S. 17.
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