Wissenschaft im Fokus
Jennemann, G.,
Wettlaufer, M. &
Bidmon, H.-J. (2006): Interesting features of
Nutritional Secondary Hyperparathyroidism in two young Greek Tortoises
(Testudo graeca graeca). – Exotic DVM Veterinary Magazine 8 (1):
15-20.
Interessante Aspekte zum ernährungsbedingten
sekundären Hyperparathyreodismus bei zwei jungen Maurischen
Landschildkröten (Testudo graeca
graeca)
Dieser Report hat kein Abstract, deshalb hier eine kurze Zusammenfassung.
Berichtet wird über das Auftreten von weichen Panzern bei zwei juvenilen
Maurischen Landschildkröten, die als deutsche Nachzuchten an den lokalen
Zoofachhandel abgeben worden waren, dort erkrankten und in einem Fall in diesem
Zustand weiterverkauft worden waren. Das verkaufte Tier wurde später vom
Käufer zur Verfügung gestellt und konnte durch entsprechende
Versorgung mit UV-B-Strahlung, Vitamin D (Vigantoletten) und Kalziumgaben gesund
gepflegt werden. Das zweite Tier, das vom Zoofachhandel einige Zeit später
auf Nachfrage an den Züchter zurückgegeben wurde, schaffte es leider
nicht mehr und stand somit für eine ausführliche Nekroskopie und
für histopathologische Untersuchungen zur Verfügung.
Festgestellt und anhand histologischer Abbildungen dokumentiert wurde ein
Hyperparathyreodismus (Vergrößerung der Nebenschilddrüsen), der
in Folge der mangelnden UV-B-Strahlung kombiniert mit einer wahrscheinlich
falschen bzw. zu warmen Haltung aufgetreten war. Zum Vergleich werden auch die
Nebenschilddrüsen von normalen Schildkröten mit anderer Todesursache
vorgestellt. Im direkten Vergleich zu etwa gleich alten normalen Jungtieren
ließ sich zeigen, dass insbesondere das kollagene Bindegewebe des in
diesem Alter noch unverknöcherten Carapaxes und Plastrons pathologische
Veränderungen zeigte. Das deutet an, dass in diesen frühen
Lebensstadien nicht nur Kalziummangel als alleinige Ursache in Frage kommen
muss. Es werden die möglichen Ursachen diskutiert und warum die
durchgeführten Maßnahmen erfolgreich gewesen sind, die zur
vollständigen Genesung des Geschwistertiers (es lebt noch heute im Besitz
von M. W.) führten.
Auch an dieser Stelle möchten wir Herrn Frank
Loch, Elmshausen für die sofortige Zurverfügungstellung des
Sektionsmaterials ausdrücklich danken, denn ohne uneigennützige
Unterstützung wären Untersuchungen in dieser Form nicht
möglich.
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