Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 07.02.2010
Johnson, A. J., L. Wendland, T. M. Norton, B. Belzer & E. R. Jacobson (2009): Development and use of an
indirect enzyme-linked immunosorbent assay for detection of iridovirus exposure in gopher tortoises (Gopherus polyphemus) and
eastern box turtles (Terrapene carolina carolina). – Veterinary Microbiology Oct 24. [Epub ahead of print].
Entwicklung und Anwendung eines indirekten Enzym-gekoppelten Immunoadsorptions-Assays zur Detektion von
Iridovirenexposition bei Gopherschildkröten (Gopherus polyphemus) und Carolina-Dosenschildkröten
(Terrapene carolina carolina).
Iridoviren werden typischerweise als Pathogene häufig mit Fischen und Amphibien assoziiert. Es wurde aber erst kürzlich gezeigt,
dass sie die Ursache für akute Erkrankungen des Atmungssystems bei Schildkröten darstellen, wo sie für
Dosenschildkröten, Rotwangen-Schmuckschildkröten, Gopherschildkröten und Burmesische Sternschildkröten nachgewiesen
sind. Fallberichte über natürliche Infektionen bei verschiedenen Schildkrötenspezies gibt es für die gesamten USA,
allerdings ist die Prävalenz für die empfänglichen frei lebenden Populationen unbekannt. Um die Prävalenz eines Kontakts
mit Iridoviren bei frei lebenden Gopherschildkröten (
Gopherus polyphemus) der südöstlichen USA zu erfassen, wurde
ein indirekter Enzym gekoppelter Immunoadsorptionsassay (ELISA) entwickelt und dazu benutzt, die Plasmaproben von wild lebenden
Gopherschildkröten (
G. polyphemus) zu untersuchen, die zwischen 2001 und 2006 gesammelt worden waren und aus Alabama (n=9),
Florida (n=658), Georgia (n=225), Louisiana (n=12); Mississippi (n=28) und von unbekannten Fundorten (68) stammten. Acht (1,2 %)
seropositive Schildkröten wurden für Florida und sieben (3,1 %) für Georgia identifiziert, wobei die Gesamtprävalenz bei
1,5 % lag. Zusätzlich wurden Proben einer Population der östlichen Dosenschildkröte in einem privaten Naturschutzgebiet in
Pennsylvania gesammelt, in dem es im Jahr davor zu einem Ausbruch von Infektionen mit Iridoviren gekommen war, an welchem 16
Schildkröten verstorben waren. Nur eine Schildkröte von insgesamt 55 überlebenden konnte positiv getestet werden (1,8 %). Die
Ergebnisse zeigen eine niedrige Expositionsrate von Schildkröten mit diesem Pathogen; allerdings vermuten wir, dass wir die wirkliche
Prävalenz immer noch unterschätzen. Da experimentelle Übertragungsuntersuchungen und frühere Krankheitsausbrüche
eine hohe Mortalität bei infizierten Schildkröten zur Folge hatten, kann davon ausgegangen werden, dass die meisten
Schildkröten sterben, bevor sie eine Antikörperantwort zeigen. Zusätzlich ist bislang unbekannt, wie lange es dauert, bis
eine ausreichende Antikörperbildung erfolgt, was zusätzlich andeutet, dass man die wahre Prävalenz mit dieser Methode
unterschätzt.
Kommentar von H.-J. Bidmon
Nun, diese Arbeit ist ein Anfang, hin zu einer Erfassung der Befallsrate bei vielleicht chronisch infizierten Schildkröten. Warum man
nicht gleich versucht hat, Virusgenom mit der PCR-Technologie zu erfassen, die eigentlich sensitiver sein müsste, weiß ich nicht,
aber ich denke, auch daran wird schon gearbeitet.
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Schlagwörter
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Gopherschildkröten, Gopherus polyphemus, Carolina-Dosenschildkröten, Terrapene carolina carolina |
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