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Aktualisiert:
14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Kotanalysen bei Schildkröten



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Wissenschaft im Fokus


Kristan, W. B. & W. I. Boarman (2003): Spatial pattern of risk of common raven predation on desert tortoises. – Ecology, 84 (9): 2432-2443.

Räumliche Verteilung des Risikos der Bejagung von Wüstenschildkröten durch Raben


Kolkraben (Corvus corax) in der Mojave Wüste Kaliforniens, USA, profitieren von anthropogenen (menschlichen) Ressourcen. Große Stückzahlen junger noch nicht brütender Raben werden durch menschliche Siedlungen angezogen und zeigen deshalb eine lokale Anhäufung, wohingegen adulte, brütende Raben eine gleichmäßige Verbreitung aufweisen. Wir untersuchten, ob diese räumlichen Verteilungsmuster das Risiko der Bejagung von Schlüpflingen der gefährdeten Wüstenschildkröte Gopherus agassizii durch die Raben beeinflussen: Erstens, ob nichtbrütende Raben nahe menschlicher Siedlungen neben Abfällen auch vermehrt Schildkröten fressen, und zweitens, ob brütende Raben in besiedelten wie unbesiedelten Gebieten vermehrt Schildkröten bejagen. Das Bejagungsrisiko wurde mit Styroporattrappen von jungen Wüstenschildkröten untersucht. Das Bejagungsrisiko war sehr deutlich erhöht in Gebieten, in denen sich große Zahlen an Jungraben ansammelten, und in der Umgebung von Horsten mit erfolgreichen Bruten. Somit konnten räumliche Bejagungsmuster, die sowohl als „Spillover predation“ (bei Ansammlung von Jungraben werden neben Abfallkonsum auch Schildkröten mitgefressen) als auch „hyperpredation“ Überbejagung (um Bruthorste) festgestellt werden. Da allerdings die Orte der Bruthorste jährlich wechseln, gab es im gesamten Untersuchungsgebiet kaum Gebiete mit langfristig niedrigem Jagddruck auf die Schildkröten. Schlussfolgernd kann festgestellt werden, dass insbesondere anthropogene Faktoren indirekt zum Rückgang und sogar zum Aussterben von Populationen der Wüstenschildkröte beitragen.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus