Wissenschaft im Fokus
Kuiper-Linley, M., C. R.
Johnson & J. M.
Lanyon (2007): Effects of simulated green turtle
regrazing on seagrass abundance, growth and nutritional status in Moreton Bay,
south-east Queensland, Australia. – Marine and Freshwater Research 58 (5):
492-503.
Auswirkungen einer simulierten wiederholten Beweidung
durch Suppenschildkröten auf die Seegrashäufigkeit, dessen Wachstum
und Nährwertstatus in der Moreton Bay, im südöstlichen
Queensland, Australien
In einigen Teilen ihres Verbreitungsgebiets „pflegen“ (erhalten)
Suppenschildkröten ihre Weidegründe aus Seegras durch
regelmäßiges wiederholtes Abweiden. Die Auswirkungen eines
simulierten wiederholten Abweidens auf die subtropischen Seegrasweidegründe
in Moreton Bay, Australien wurden hier in einem manipulativen Experiment
während des Sommers untersucht. Drei Arten von Seegras wurden dabei mit
zwei unterschiedlichen Frequenzen beschnitten (die das Beweiden durch
Schildkröten nachahmten) und die beschnittenen Flächen wurden dann mit
unbeweideten Kontrollflächen über einen Zeitraum von 3,5 Monaten
während der Sommerzeit verglichen. Dabei wurden die Auswirkungen auf die
Biomasseproduktion, Blattgröße, (Nach-)Wachstumsraten und der Gehalt
an wasserlöslichen Kohlenhydraten (WSC) sowie der Stärkegehalt
analysiert. Die Anordnung der Seegrasarten in Bezug auf ihre Toleranz
gegenüber der simulierten Beweidung war wie folgt
Halophila ovalis >
Zostera capricorni > Cymodocea serrulata. Häufige Beweidung des von
den Suppenschildkröten bevorzugten Seegrases,
H. ovalis,
resultierte in einem Anstieg des Blattwachstums, sodass es keine
Veränderungen bei der stehenden Biomasse (Blattmenge) gab und die
Gesamtpflanzenbiomasse blieb erhalten, was auf eine Steigerung der Produktion
schließen lässt. Zusätzlich stieg die Gesamtkonzentration an WSC
signifikant in den beschnittenen Seegras,
H. ovalis im Vergleich zu
unbeschnittenen Kontrollen an. Im Gegensatz dazu sank die Blattbiomasse bei den
Arten, die bei den Schildkröten weniger beliebt sind, wie
Z.
capricorni und
C. serrulata durch das regelmäßige
Beschneiden im Vergleich zu Kontrollen, obwohl die Nachwachstumsrate
aufrechterhalten wurde.
C. serrulata reagierte auf wiederholte
Beschneidung mit einer Reduktion der Blattgröße und einer Abnahme der
WSC-Gehalte in den Rhizomen.
Z. capricorni produzierte ebenfalls
weniger und kleinere neue Blätter. Die Fähigkeit der bevorzugten
Futterart,
H. ovalis, auf Beweidung mit gesteigerter Produktion von
äußerst energiereicher, leicht verfügbarer Biomasse zu
reagieren, hat eine besondere Bedeutung für die Suppenschildkröten und
andere maritime Weidegänger.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Siehe Kommentar zu Moran & Bjorndal (2007):
Marine Biology 150 (6): 1083-1092 oder WiF-Archiv.
Gibt es eigentlich schon Nährwertanalysen bzw. eine Erfassung der
Inhaltsstoffe solcher so genannter Schildkrötenrasen, eventuell in
Abhängigkeit zu bestimmten Jahreszeiten für die bekannten Arten von
Riesenschildkröten? Denn das wäre doch auch einmal ein Ansatz die
Ernährungsgrundlagen entsprechend anzupassen.
Zum Seitenanfang
Tipp:
Benutzen Sie die Suchfunktion unserer Homepage, so können sie
einfach und schnell unsere Seiten nach einem bestimmten Begriff durchsuchen.