dauvi Verlag – Schildkröten im Fokus dauvi Verlag
 
News
Zeitschriften
Bücher
Verlag
Impressum
 
 
S U C H E


Neue Seiten anzeigen
powered by crawl-it
Kindersuchmaschine fragFINN
 
N E W S
Wissenschaft
im Fokus

Aktualisiert:
14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

  RSS-Feed
  facebook

Kotanalysen bei Schildkröten



Aktuelle Ausgabe:

Jetzt im Format DIN A4


Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 23.01.2011 Share it on Facebook


Kuratani, S., Kuraku, S. & H. Nagashima (2011): Evolutionary developmental perspective for the origin of turtles: the folding theory for the shell based on the developmental nature of the carapacial ridge. – Evol. Dev. 13: 1-14.

Evolutionäre Entwicklungsperspektive für das Auftreten von Schildkröten: die Faltungstheorie für den Panzer basierend auf der Entwicklungsgrundlage der Carapaxauffaltung.


Der Körperbauplan der Schildkröten stellte eine Neuentwicklung innerhalb der Wirbeltierevolution dar, bei der es zur Ausbildung eines Panzers kommt. Im Gegensatz zu Schutzmechanismen anderer Wirbeltiergruppen kommt es bei der Ausbildung des Schildkrötenpanzers zu einer entwicklungsbedingten Umprogrammierung des axialen Skeletts, wobei sich eine ungewöhnliche Topographie (Lagebeziehung) für einige Muskel-Skelett-Elemente beobachten lässt. Somit liefern Schildkröten eine ideale Fallstudie für das Verständnis, wie Veränderungen im Entwicklungsprogramm mit der morphologischen Evolution bei Wirbeltieren assoziiert sind. In diesem Artikel wird die Evolution des Schildkröten-spezifischen Körperbauplans diskutiert. Der Schlüssel zum Verständnis des Musters der Panzerbildung liegt in der Modifikation (Veränderung) der Rippen für die die Carapaxauffaltung verantwortlich zu sein scheint. Bei der Carapaxauffaltung handelt es sich um eine für Schildkröten spezifische Embryonalanlage. Sie führt dazu, dass sich das Wachstum der Rippen im axialen Anteil (entlang der Körperachse) des Körpers verlangsamt, wobei die dorsalen (rückseitig) und lateral (seitlich) orientierten Bereiche der Rippen auswachsen und eine Kapsel um die Schulterblätter bilden. Obwohl die Carapaxauffaltung selbst nicht den Wachstumsstop in axialer Richtung induziert, so konnte doch gezeigt werden, dass sie die fächerförmige Verbreiterung der Rippen auslöst, die gleichzeitig mit dem Marginalwachstum (Wachstum am Rand) des Carapax entlang dieser für Schildkröten spezifischen Falte in der seitlichen Körperwand erfolgt. Während des Prozesses der Auffaltung behalten einige Rumpfmuskeln ihre ursprüngliche Konnektivität bei, während die Muskeln der Beine neue für Schildkröten spezifische Ansätze am Skelett ausbilden. Der Körperbauplan der Schildkröten lässt sich demnach anhand unseres Wissens über Wirbeltieranatomie und Entwicklungsbiologie erklären und stimmt mit dem evolutionären Ursprung der Schildkröten überein, der anhand der kürzlich gefunden fossilen Spezies, Odontochelys abgeleitet wurde.

Kommentar von Flora Ihlow

Der „carapacial ridge“ stellt eine Auffaltung von Ekto- und Mesoderm (äußere und mittlere Schicht) dar, die den späteren marginalen Carapaxrand der Schildkröte bildet. Die Rippen wachsen in Folge dessen in Richtung dieser Auffaltung über die Schulterblätter hinaus und Formen den Panzer.

Kommentar von Hans-Jürgen Bidmon

siehe auch:
Joyce, W. G., S. G: Lucas, T. M. Scheyer, A. B. Heckert & A. P. Hunt (2008): A thin-shelled reptile from the Late Triassic of North America and the origin of the turtle shell. – Proceedings of the Royal Society: Biological Science 276 (1656): 507-513 oder WiF-Archiv
Li, C., X. C. Wu, O. Rieppel, L. T. Wang & L. J. Zhao (2008): An ancestral turtle from the Late Triassic of southwestern China. – Nature. 456 (7221): 497-501 oder WiF-Archiv


Share it on Facebook


Zum Seitenanfang



© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus