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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 12.09.2010
Überarbeitet von M. Lamberts: 29.10.2010
Erneut veröffentlicht: 07.10.2010 Share it on Facebook


Lambertz, M., Böhme, W. & S. F. Perry (2010): The anatomy of the respiratory system in Platysternon megacephalum Gray, 1831 (Testudines: Cryptodira) and related species, and its phylogenetic implications- – Comparative Biochemistry and Physiology – Part A Molecular and Integrative Physiology 156 (3 Sp. Iss. SI) 330-336.

Die Anatomie des Atmungssystem bei Platysternon megacephalumGray, 1831 (Testudines: Cryptodira) und verwandter Spezies sowie deren phylogenetische Konsequenzen.


Wir diskutieren die Morphologie des Atmungssystems in Bezug zu den phylogenetischen Beziehungen zwischen ausgewählten Testudines (Tetrapoda: Amniota). Die Lungenstruktur und die damit assoziierte Coelomorganisation von Platysternon megacephalum wurde untersucht und mit jener von Vertretern aus den höchst wahrscheinlich nahe verwandten Taxa Chelydridae und Testudinoidea (Emydidae + Testudinidae) verglichen. P. megacephalum zeigt eine horizontale intrapulmonale Septierung in den medialen (zur Mitte hin gerichteten) Kammern, wodurch sie in einen dorsalen (oberen rückenwärts) und einen ventralen (bauchwärts) Lappen geteilt sind. Diese Struktur wird nur bei Platysternon und den Emydidae gefunden und wird deshalb als eine mögliche Synapomorphie für diese beiden Taxa gedeutet. Zusätzlich zu weiteren vorgeschlagenen Synapomorphien für Platysternon und die Testudinoidea, fanden wir in Kontrast zu früheren Berichten ein kurzes post-pulmonales Septum (PPS) und eine unvollständige coelomische Kompartimentalisierung bei den Chelydridae. Somit besitzen alle höheren Taxa der Testudines ein PPS. Da diese Struktur auch bei Säugern, Archosauriern und einigen Lepidosauriern vorhanden ist, sollte die Plesiomorphie einer coelomischen Kompartimentalisierung durch ein PPS bei den Amnioten im Allgemeinen erwogen werden. Diese vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass weiterführende vergleichende Studien des Atmungsapparates sowohl hilfreich bei der Aufklärung der phylogenetische Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Testudines sein können, als auch Licht auf seine Evolution innerhalb der Amniota zu werfen.

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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus