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Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 25.06.2011


Livoreil, B. (2009): Distribution of the Endangered Hermann's tortoise Testudo hermanni hermanni in Var, France, and recommendations for its conservation. – Oryx 43: 299-305.

Verbreitung der bedrohten Griechischen Landschildkröte Testudo hermanni hermanni in Var, Frankreich und Empfehlungen zu deren Erhaltung.


Eine Zählung der Populationsfragmente der gefährdeten endemischen Griechischen Landschildkröte, Testudo hermanni hermanni, wurde in den Jahren 2001-2005 innerhalb Frankreichs durchgeführt, um den Status der Schildkröten zu erfassen und um Richtlinien zu deren Erhaltungsmanagement zu erarbeiten. Ein Vergleich mit vorhergehenden Zählungen ließ auf einen Rückgang bei der Häufigkeit (Abundanz) seit 1992 schließen, obgleich das Gesamtverbreitungsareal unverändert war. Wenn Schutz und Managemententscheidungen sich nur auf die Lokalitäten beschränken, für die eine hohe Auffindungsrate von Landschildkröten vorliegt, müssten 19 Areale unter Schutz gestellt werden. Wenn aber als Indikator für die Unterschutzstellung die effektive Reproduktion (Vorhandensein beider Geschlechter, Juveniler und Subadulter) gewählt wird, dann müssten 31 Areale besondere Berücksichtigung finden, wobei nur in 10 dieser Areale eine hohe Auffindungsrate gegeben ist. Lässt man die Areale mit niedriger Auffindungsrate wegfallen, dann verliert man etwa 70 % der Areale, in denen sich die Spezies reproduziert. Ich liefere hier eine neue Landkarte über die Verbreitung der Art, die auch demographische Parameter einschließt, wobei ich 16 Fragmente mit nachgewiesener Reproduktion und vier Fragmente mit vermuteter Reproduktion mit einbeziehe. Langfristig sollten sich die Hauptziele der Erhaltung darauf konzentrieren, diese Fragmente unter Schutz zu stellen und dafür zu sorgen, dass sie über Verbindungskorridore schnellst möglich wieder verbunden werden. Die globale Population der westlichen Griechischen Landschildkröte könnte zum größten Teil in acht großräumigen Fragmenten geschützt werden, was die Chancen für ihren Fortbestand auf französischem Gebiet deutlich verbessern würde.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Eigentlich schon etwas eigenartig, dass man nicht von vornherein das Gesamtgebiet schützt, sondern nach der Häufigkeit bzw. Auffindungsrate entscheidet, denn in Gebieten, die neu besiedelt werden, ist anfänglich die Abundanz immer niedrig, belegt aber dennoch den Erfolg, dass die Maßnahmen zur Ausbreitung der Art beigetragen haben. Dass Konnektivität eine große Bedeutung für den Fortbestand und Genfluss hat, bleibt unbestritten, und man kann nur hoffen, dass diese Ziele erreicht werden. Siehe auch Howeth et al. (2008) oder WiF-Archiv.

Literatur

Howeth, J. G., S. E: McGaugh & D. A. Hendrickson (2008): Contrasting demographic and genetic estimates of dispersal in the endangered Coahuilan box turtle: a contemporary approach to conservation. – Molecular Ecology 17: 4209-4221.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus