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Aktualisiert:
14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Kotanalysen bei Schildkröten



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Wissenschaft im Fokus


Ludwig, M., M. Auer & U. Fritz (2007): Phalangeal formulae of geoemydid terrapins (Batagur, Callagur, Hardella, Heosemys, Kachuga, Orlitia, Pangshura, Rhinoclemmys) reflect distinct modes of life. – Amphibia-Reptilia 28 (4): 574-576.

Die Zehenknochenformeln von Geoemydiden (Batagur, Callagur, Hardella, Heosemys, Kachuga, Orlitia, Pangshura, Rhinoclemmys) reflektieren deren distinkte Lebensweise


Unter Verwendung von Röntgenbildern von den Vorder- und Hinterfüßen von 133 geoemydiden Schildkröten mit neun hauptsächlich aquatischen Spezies (Gattungen Batagur, Callagur, Hardella, Kachuga, Orlitia, Pangshura), vier aquatischen Rhinoclemmys-Spezies, drei semiterrestrischen Heosemys-Spezies, und drei terrestrischen Rhinoclemmys-Spezies, bestätigten wir eine Korrelation zwischen deren Lebensweisen und ihren Zehenknochenformeln. Terrestrische geoemydide Arten tendieren dazu, Zehenknochen (Phalangen) oder ganze Fingerknochen (Digits) zu verlieren, während die hochgradig aquatischen Spezies mit ihren stark ausgeprägten Schwimmhäuten zwischen den Zehen die Gesamtzahl der ursprünglichen Zehen- und Fingerknochen an Hinter- und Vorderfuß beibehalten haben. Die Phalangenformeln der Spezies, die keine so ausgeprägte Adaptation an aquatische Lebensweise zeigen und die nur schwächer ausgebildete Schwimmhäute besitzen als die drei semiterrestrischen Arten, nehmen eine intermediäre Stellung ein.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Auch wenn diese Studie nicht überraschen sollte, so zeigt sie doch sehr schön, wie sich der morphologische Phänotyp den Umweltbedingungen – sprich der Besiedlung der ökologischen Nischen – angepasst hat. Daraus ergeben sich auch häufig die Schwierigkeiten für die rein morphologische Systematik bei der Bewertung der Befunde. Denn es stellt sich die Frage, wie hoch man den systematischen Wert des Fehlens ganzer Finger- bzw. Zehenkochen einschätzt? Stellt man jene Spezies, denen sie fehlen, in eine extra Gattung oder nicht, und was ist mit den Fossilfunden, bei denen man vielleicht gar nicht alle Knochen und Carapaxteile zur Beurteilung vorliegen hat? Siehe dazu auch Scheyer & Sander (2007): Shell bone histology indicates terrestrial palaeoecology of basal turtles. Proceedings: Biological Science 274 (1620): 1885-1893. oder WiF-Archiv.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus