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Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 01.08.2010 Share it on Facebook


Lv, P. X. Zhou, J. H. You, Y. F. Qin, B. C. Ye & Y. X. Zhang (2010): Tortoise DNA Detection from Highly Processed Tortoise Shell Using SINE Element – Journal of Food and Drug Analysis 18 (2): 113-119.

Detektion von Schildkröten-DNS in hochgradig prozessierten Schildkrötenpanzern unter Benutzung von SINE-Elementen.


Colla Carapax et Plastrum Testudinis (Latein: Kleber aus Carapax und Plastron von Schildkröten) ist eines der wertvollsten Produkte in der traditionellen chinesischen Medizin und bezieht sich auf einen Kleber, der aus hochgradig prozessierten (gemahlenen und ausgekochten) Schildkrötenpanzern gewonnen wird, der nur noch geringe Spuren von degradierter DNS enthält. In dieser Arbeit wird eine einfache und schnelle Methode beschrieben, die ursprünglich entwickelt wurde, um echte medizinische Produkte zu identifizieren und diese von den in betrügerischer Absicht fälschlich als Schildkrötenkleber bezeichneten Produkten aus Pferde, Rinder und Schweinegeweben abzutrennen. Die Methode basiert auf der PCR-Amplifikation von schildkrötenspezifischen Pol III/SINE Elementen und erlaubt den Nachweis von Schildkröten-DNS in Mixturen aus Schildkrötenkleber, die nur etwa 0,1 % Colla Carapax et Plastrum Testudinis enthalten. Es wurde auch ein Vergleich von fünf verschiedenen Polymerasen für den Assay basierend auf deren Ergiebigkeit in der PCR ausgewertet. Anschließend wurde die Methode angewandt, um Schildkröten-DNS in sechs Produkten nachzuweisen, wobei ein Produkt gefunden wurde, das keinen oder weniger als 0,1 % Schildkrötenkleber enthält.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Nun, diese Methode kann nicht nur wie ursprünglich gedacht zur Qualitätskontrolle von Produkten für die traditionelle chinesische Medizin eingesetzt werden. Sie kann auch dazu benutzt werden, Produkte zu identifizieren, die verbotenerweise Schildkrötenbestandteile enthalten. Hier sollte man wirklich dafür sorgen, auch solche Techniken eher zum Erhalt der Bestände einzusetzen, als nur für die reine Qualitätskontrolle von Produkten, deren Wirksamkeit auch durch die Verwendung von Rinderknochenleim nicht gemindert werden würde. Siehe auch Zhang & Cheung (2010).


Literatur

Zhang, Q.-F. & H.-Y. Cheung (2010): The content of astilbin and taxifolin in concentrated extracts of Rhizoma similaris glabrae and turtle jelly vary significantly. – Food Chemistry 119: 907-912 oder WiF-Archiv.

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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus