Wissenschaft im Fokus
McDermid, K. J,. B.
Stuercke & G. H.
Balazs (2007): Nutritional composition of marine
plants in the diet of the green sea turtle (Chelonia mydas) in the
Hawaiian Islands. – Bulletin of Marine Science 81 (1): 55-71.
Nahrungszusammensetzung der Meerespflanzen in der Nahrung
der Suppenschildkröte (Chelonia mydas) um die
Inseln Hawaiis
In den Gewässern um die Inseln Hawaiis werden Algen und Seegräser von
den Suppenschildkröten,
Chelonia mydas
Linnaeus gefressen. Hier wurden 16 Arten von
Makroalgen (7 Chlorophyta, 2 Phaeophyta, 7 Rhodophyta), zwei Seegrasarten und
viele kleine Aufwuchsalgenarten aus den Nahrungsgründen der
Schildkröten um vier verschiedene Inseln auf ihre Gehalte an Protein Lipid
(Fett), Kohlenhydrate, Wasser, Ascheanteil, Energie,
Aminosäurezusammensetzung, Vitamingehalt und Mineralgehalt analysiert.
Pterocladiella capillacea (
Gmelin)
Santelices und Hommersand (Algenarten), die hier die Hauptnahrung stellen, sowie
Rhizoclonium implexum (
Dillwyn) Kutzing,
eine nur ab und zu gefressene Alge waren diejenigen Meerespflanzen, bei denen
wir den höchsten Proteingehalt fanden. Die Mehrzahl der Arten hatte einen
Lipidanteil, der <10 % Rohfett lag. Die löslichen Kohlenhydratgehalte
reichten von 3,2-39,9 % des Trockengewichts. Der Ascheanteil reichte von
13,7-81,4 % des Trockengewichts. Der Energiegehalt von
P. capillacea,
der Hauptnahrungspflanze lag bei über 14 kJ/g des aschefreien
Trockengewichts. Alle untersuchten Pflanzenarten enthielten messbare Werte
für 11 verschiedene Mineralien. Vitamin A (beta-Carotin) wurde in allen
Pflanzen nachgewiesen, die meisten enthielten Niacin (B-3); und
Enteromorpha
flexuosa (
Wulfen) J. Agardh hatte den
höchsten Gehalt an Vitamin C (3 mg/g). In allen Proben fanden sich messbare
Konzentrationen aller essentieller Aminosäuren mit einer Ausnahme von
Trytophan. Diese Daten liefern neue Informationen über die
Ernährungsökologie der Hawaiianischen Suppenschildkröten und
liefern Einsichten über die Faktoren, die einen Einfluss auf ihr
Körperwachstum haben.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Sicher, Suppenschildkröten sind keine Landschildkröten, aber sie
sind herbivore Meeresschildkröten mit einer Vorliebe für proteinreiche
Pflanzen, wie die Arbeit belegt. Gibt es da wirklich zwischen herbivoren
Meeresschildkröten und Landschildkröten einen so deutlichen
Unterschied, wenn man bedenkt, dass die Nahrung der marokkanischen Testudo
greaca
zu 70 % aus Schmetterlingsblütlern besteht, einer der
proteinreichsten Pflanzenfamilien die wir kennen, da sie mit den
Knöllchenbakterien den Luftstickstoff fixieren?
Siehe auch Moran & Bjorndal (2007): Simulated
green turtle grazing affects nutrient composition of the seagrass Thalassia
testudinum
. - Marine Biology 150 (6): 1083-1092 oder
WiF-Archiv und El Mouden
et al. (2006): Testudo graeca graeca
feeding ecology in an arid and
overgrazed zone in Morocco. – Journal of arid Environments 64 (3): 422-435
oder SiF 3 (2) 2006.
Zum Seitenanfang
Tipp:
Benutzen Sie die Suchfunktion unserer Homepage, so können sie
einfach und schnell unsere Seiten nach einem bestimmten Begriff durchsuchen.