Wissenschaft im Fokus
Moolna A. (2008) Preliminary observations
indicate that giant tortoise ingestion improves seed germination for an endemic
ebony species in Mauritius. – African Journal of Ecology 46: 217-219.
Vorläufige Beobachtungen deuten an, dass das Fressen
von Samen des auf Mauritius endemischen Küstenebenholzbaums durch
Riesenschildkröten deren Keimfähigkeit verbessert
Diese Kurzmitteilung hat kein Abstract, deshalb hier eine kurze Zusammenfassung.
Die Insel Mauritius hat wie viele andere Inseln auch eine endemische Flora und
Fauna. Die Flora dieser Insel durchlief eine Ko-Evolution mit einigen
großen Fruchtfressern (Frugivoren), die heute ausgestorben sind wie der
Dodo und die beiden Riesenschildkrötenarten
Geochelone inepta und
Geochelone triserrata, was häufig dazu führte, dass Pflanzen
Früchte mit einem von einer dicken Schale umgebenen Samen entwickelten,
damit der Samen nicht mitverdaut wurde. Der Nachteil ist, dass einige
Samenschalen so dick sind, dass die Schalen von den Keimlingen nicht zu
durchbrechen sind, wenn sie nicht vorher von den Verdauungsprozessen angegriffen
wurden. Seit der Ausrottung der großen Fruchtfresser auf Mauritius starben
immer mehr dieser Pflanzen aus, und nur wenige sehr langlebige existieren noch
heute. Sie sind aber immer noch vom Aussterben bedroht. Da auch bekannt ist,
dass Schildkröten auf Aldabra wichtige Samenverbreiter sind und bestimmte
wilde Tomatenarten auf den Galapagosinseln nur keimen, wenn sie vorher den
Verdauungstrakt von Riesenschildkröten durchlaufen hatten, wurde hier ein
Versuch gestartet, die Früchte des vom Aussterben bedrohten
Küstenebenholzbaums an eine Aldabra-Riesenschildkröte
Geochelone
gigantea zu verfüttern. Die derzeitigen Ergebnisse zeigen, dass
dadurch die Keimfähigkeit der Samen signifikant gesteigert werden konnte.
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