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Aktualisiert:
14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Wissenschaft im Fokus


Nechaeva, M, V., I. G. Vladimirova & T. A. Alekseeva (2007): Oxygen consumption as related to the development of the extraembryonic membranes and cardiovascular system in the European pond turtle (Emys orbicularis) embryogenesis. – Comparative Biochemistry and Physiology – Part A Molecular and Integrative Physiology 148 (3): 599-610.

Sauerstoffverbrauch in Bezug zur Entwicklung der extraembryonalen Membranen und des Herzkreislaufsystems bei der Embryogenese der Europäischen Sumpfschildkröte (Emys orbicularis)


Die Sauerstoffverbrauchsrate (V-O2), die Embryomasse, die Verteilung und Masse der Chorioallantoismembran (CAM), Herzfrequenz (HR), Herzgewicht und die rhythmischen Amnionkontraktionen (ARC) wurden bei Eiern der Europäischen Sumpfschildkröte (Emys orbicularis), die bei 28 °C für 62,5 +/- 0,3 Tage inkubiert wurden, untersucht. Die V-O2 stieg ab dem 19 Tag der Inkubation sehr rasch an und erreichte ein Maximum bei Tag 50, wonach sie bis zum Tag des Schlupfs absank. Der rasche V-O2-Anstieg korrelierte mit einer Vergrößerung der CAM-Oberfläche und CAM-Masse, dem Herzgewicht und der ARC-Amplitude, wobei aber die funktionellen Parameter wie die Herzschlagfrequenz und die ARC-Frequenz unverändert blieben. Der Abfall der V-O2 vor dem Schlupfbeginn wurde begleitet von einer Absenkung der Herzschlagfrequenz, wobei die Herz- und CAM-Masse konstant blieben. In den Fällen von einer temporären Temperaturabweichung um 3 °C ergaben sich Veränderungen bei der V-O2, die bis zum Tag 50 der Inkubation signifikant waren, danach aber nicht mehr. Bei Temperaturabweichungen waren die Herzschlagfrequenz und die ARC-Frequenz zu jeder Zeit der Entwicklung signifikant verändert, sprich erhöht bzw. erniedrigt. Somit sind die entwicklungsbedingten V-O2-Veränderungen hauptsächlich von langsamen morphogenetischen Prozessen während Tag 19-50 bedingt, wohingegen die Veränderungen der funktionellen Parameter erst später eine Rolle spielten. Diese Reaktionen auf die Temperaturschwankungen waren bedingt durch die schnellen Veränderungen bei den funktionellen Parametern zu allen Zeiten der Entwicklung.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Eine Arbeit, die einem klar zeigt, wie sich Veränderungen der Inkubationstemperatur auf den Embryo auswirken, etwas, das man auch in Bezug auf die Herzschlagfrequenz bei Landschildkröteneiern selbst beobachten kann. Siehe auch: Zheng, R.-Q., W.-G. Du, Y.-P. Zhang & Y.-X. Bao (2006): Influence of incubation temperature on embryonic use of energy and mineral metabolism in the Chinese three-keeled pond turtle Chinemys reevesii. – Acta Zoologica Sinica 52 (1): 21-27 oder WiF-Archiv.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus