Wissenschaft im Fokus
Nemoz, M., A. Cadi
& S. Thienpont (2004): Effects of recreational
fishing on survival in an Emys orbicularis population . –
Biologia 59, Suppl. 14: 185-189.
Effekte des Hobby-Angelns auf das Überleben in einer
Population von Emys orbicularis
Der Einfluss des Angelns auf
Emys orbicularis wurde mittels
Radiotelemetrie und Fängen von 2000 bis 2002 in zwei wild lebenden
Populationen im Departement Isere (Frankreich) ermittelt. Eine Population lebt
in einem komplett geschützten Teich und die andere ist über einen
Teichkomplex verteilt, der von schätzungsweise 2.500 Anglern pro Jahr zur
Erholung frequentiert wird. Röntgenaufnahmen von 17 im Juni 2001 im
letzteren Gebiet gefangenen Weibchen zeigten, dass drei davon einen Angelhaken
in der Speiseröhre (Ösophagus) stecken hatten. Die Hobby-Angelei war
auch die Ursache für den Tod von 20 % der dort überwachten
Schildkröten (n=20). Alle Todesfälle traten in einem Teich auf, wo das
Nachtfischen erlaubt ist. Die Schildkröten waren entweder in verlorenen
Angelschnüren verheddert und ertrunken oder von Anglern
„misshandelt“ worden. In dem geschützten Teich starb keine
Schildkröte. Unsere Daten illustrieren, dass das aktuelle Management des
Hobby-Angelns im Konflikt steht zum Schutz von
Emys orbicularis und
stellt die fatalen Konsequenzen des Nachtfischens heraus.
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