Wissenschaft im Fokus
Oros, J., A. Arencibia,
L. Fernandez & H. E. Jensen (2004):
Intestinal candidiasis in a loggerhead sea turtle (Caretta caretta): an
immunohistochemical study. – Veterinary Journal 167: 202-207.
Candidiasis im Dünndarm einer Unechten
Karettschildkröte (Caretta caretta): Eine immunhistochemische Studie
Die
post mortem (nach dem Tod) Untersuchung einer juvenilen Meeresschildkröte
(
Caretta caretta), die auf den Kanarischen Inseln angestrandet worden war, ergab, dass
sich eine Angelschnur im oberen Dünndarm befand. Histologisch wurden eine nekrotisierende
Darmentzündung (Enteritis), multiple Einblutungen und ein ausgeprägtes Ödem
des intestinalen Bindegewebes (Submucosa) vorgefunden. Hefezellen und Pilzhyphen fanden sich in
der
Lamina propria und im Bindegewebe der Submucosa. Da keine Pilzkulturen zum
Zeitpunkt der Nekroskopie (Autopsie) angelegt worden waren, wurde mittels immunhistochemischer
Untersuchungen versucht, den verursachenden Pilz zu charakterisieren. Spezifische monoklonale und
heterolog absorbierte polyklonale Antikörper dienten zum Nachweis einer Aspergillose,
Candiasis, Fusariosis, Geotricosis, Scedoporiosis oder Zygomycosis, wobei die indirekte
Immunofluoreszensmethode benutzt wurde. Die Pilze wurden nur von einem polyklonalen gegen
Candida albicans gerichteten Antikörper und einem monoklonalen
Antikörper, der gegen
C. albicans gerichtet war, gefärbt. Bisher gab es
noch keine Beschreibung, dass
Candida sp. Hauterkrankungen und systemische Mykosen
(Pilzinfektionen) bei Meeresschildkröten verursacht.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Es wäre wünschenswert, wenn diese Methoden
nicht nur bei Autopsien, die auf den Kanarischen Inseln durchgeführt werden, zum Einsatz
kämen, vielleicht wären dann manche Befundmitteilungen etwas aussagekräftiger.
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