Wissenschaft im Fokus
Pan, Z. C., Ji
Xiang, H. L.
Lu & X. M.
Ma (2005): Metabolic response to feeding in the
Chinese striped-necked turtle, Ocadia sinensis. – Comparative
Biochemistry and Physiology – Part A. Molecular and Integrative Physiology
141: 470-475.
Die metabolische Antwort auf die Futteraufnahme bei der
Chinesischen Streifenhals-Schildkröte, Ocadia sinensis
Wir bestimmten den Sauerstoffverbrauch von juvenilen Chinesischen
Streifenhals-Schildkröten, (
Ocadia sinensis) nach der
Futteraufnahme unter zwei Voraussetzungen: einer einmaligen und einer
zweimaligen, nacheinander erfolgenden Fütterung, um Unterschiede
bezüglich der Fütterungsfrequenz und der Futtersorte auf die
spezifische dynamische Aktivität (SDA) zu erfassen. Zeitliche Variationen
im Sauerstoffverbrauch nach der Fütterung waren zwischen gefütterten
und nicht gefütterten Tieren deutlich nachweisbar.
Bei einmaliger Futtergabe war der Spitzenwert der Metabolischen-Rate sowie die
integrierte SDA-Antwort (= Gesamtenergieverbrauch beim Verdauungsprozess) nicht
verschieden bei Schildkröten, die mit Mehlwürmern und jenen, die mit
Garnelen gefüttert worden waren, sofern man die Unterschiede im
Energiegehalt beider Futtersorten unberücksichtigt ließ. Ebenso war
die Zeitperiode bis zum erreichen des Spitzenwertes der metabolischen
Aktivität unabhängig von der Futtersorte und der aufgenommenen
Futtermenge. Schildkröten, die zwei aufeinander folgende Mahlzeiten
erhielten, nahmen mehr Energie auf und zeigten eine länger anhaltende
SDA-Antwort als jene mit nur einer Futtergabe, allerdings blieb die integrierte
SDA-Antwort zwischen den experimentellen Gruppen unverändert, wenn man die
Unterschiede im Energiegehalt beider Futtersorten unberücksichtigt
ließ. Unsere Daten zeigen, dass Futtersorte und Fütterungsfrequenz
eine wichtige Konsequenzen auf die SDA-Antwort von jungen
O. sinensis
haben. Denn die SDA-Antwort blieb relativ konstant bei Schildkröten, die
dasselbe Futter mit einer unterschiedlichen Fütterungsfrequenz aufnahmen,
solange man die Unterschiede im Energiegehalt beider Futtersorten
unberücksichtigt ließ. Daraus schließen wir, dass die Energie,
die zur Aufnahme des Futters verbraucht wird, primär vom Energiegehalt des
gefressenen Futters mitbestimmt wird.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Dieses etwas kompliziert formulierte Abstract besagt, dass es bei der
Fütterung von Ocadia sinensis zu einer vermehrten Futteraufnahme
und länger anhaltenden Energieumsatz kommt, wenn zweimal hintereinander
Futter angeboten wird. Hoffen wir, dass die Nachzuchten dadurch schneller
wachsen und die Nachfragesituation auf den Märkten sich dadurch etwas
entspannen möge, und der Verbrauch an Wildfängen wieder sinkt.
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