Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 13.12.2009
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Emydoidea
Vermehrung
Autoren P
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- Die Orientierung und Verteilung von Schlüpflingen
von Amerikanischen Sumpfschildkröten (Emydoidea
blandingii) aus experimentellen Nestern.
Pappas, M. J., J. D. Congdon, B. J. Brecke & J. D.
Capps (2009): Orientation and dispersal of hatchling Blanding's turtles
(Emydoidea blandingii) from experimental nests. – Canadian
Journal of Zoology – Revue Canadienne de Zoologie 87 (9): 755-766.
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Pappas, M. J., J. D. Congdon, B. J. Brecke & J. D.
Capps (2009): Orientation and dispersal of hatchling Blanding's turtles
(Emydoidea blandingii) from experimental nests. – Canadian
Journal of Zoology – Revue Canadienne de Zoologie 87 (9): 755-766.
Die Orientierung und Verteilung von Schlüpflingen
von Amerikanischen Sumpfschildkröten (Emydoidea
blandingii) aus experimentellen Nestern.
Wir bestimmten die initialen Verbreitungsrichtungen bei 1052 naiven und bei 278
erfahrenen Schlüpflingen (
Emydoidea blandingii
(
Holbrook, 1838)) innerhalb von experimentell
angelegten Arealen mit unterschiedlichster Ausgestaltung. Die
Verbreitungsrichtungen der naiven Schlüpflinge war in sieben von 10 Orten
nicht zufällig. In allen nicht zufälligen Verbreitungsmustern konnte
man davon ausgehen, dass sich die Schlüpflinge primär visuell
orientieren und einem entfernten dunklen Horizont zustreben, was insbesondere
bei solchen Tieren, die von Flusshabitaten stammten, zu beobachten war. Wir
fanden keine Hinweise dafür, dass die Schildkröten eine positive
Geotaxi zeigen oder sich nach dem Geruch oder dem Feuchtigkeitsgradienten
orientieren. Ebenso gab es keine Hinweise darauf, dass die Schlüpflinge der
Duftspur von vorher geschlüpften und abgewanderten Schlüpflingen
folgen. Obwohl sich an zwei Orten keine Beziehungen zwischen veränderten
Positionen der Sonne oder Beziehungen zwischen Unterschieden der Lage der Nester
zu Feuchtgebieten feststellen ließen, waren die Verteilungsmuster von
Schildkröten, die am Morgen schlüpften, unterschiedlich zu jenen der
Tiere, die am späten Nachmittag schlüpften. Die Vergleiche der
Verbreitungsrichtungen von naiven und erfahrenen (solche die schon in Kontakt
mit einer entsprechenden Umgebung hatten) Schlüpflingen zeigen, dass
Schlüpflinge innerhalb der ersten beiden Tage nach Verlassen des Nests
lernen, sich anhand eines Sonnenkompass in ihrer Testarena zu orientieren.
Basierend auf allen Daten aus den Testarealen, in denen sich die
Schildkröten nicht-zufällig verteilten, konnten wir feststellen, dass
die maximale Perzeptionsdistanz (die Distanz aus der sie einen dunklen Horizont
(Wasserfläche) wahrnehmen können) etwa bei 325 inch (8,10 m)
beträgt. In einigen Situationen kann die Zunahme der Bewaldung oder
landwirtschaftliche Aktivitäten sowie die Anpflanzung von Kiefern dazu
führen, dass sich das Risiko für Schlüpflinge erhöht, die
Wasserstellen nicht zu finden.
Kommentar von H.-J. Bidmon
Sicher auch wenn es sich hier um eine Art handelt, die auch nahe am Wasser
nistet, und nicht wie bei
Emys orbicularis oder
Waldbachschildkröten die Hunderte Meter bis Kilometer weite Wanderungen vom
Schlupfort bis zum Wasser zurücklegen müssen, so zeigt die Studie
doch, wie schnell auch in der Natur die Kleinen lernen, sich in diesem Fall
anhand der Sonne zu orientieren. Es wundert einen dann nicht, dass auch
Schildkröten die Fähigkeit besitzen, ein orientierungsbezogenes
Lernverhalten zu zeigen. Siehe auch
Cadi et al.
(2004) oder
WiF-Archiv,
Ficetola
& Bernardi (2006) oder
WiF-Archiv,
Castellano et al. (2008) oder
WiF-Archiv,
Wilkinson et al. (2009) oder
WiF-Archiv.
Literatur
Cadi, A., M. Nemoz, S. Thienpont & P. Joly
(2004): Home range, movements, and habitat use of the European pond turtle
(
Emys orbicularis) in the Rhone-Alpes region, France. – Biologia
59, Suppl. 14: 89-94.
Castellano, C. M., J. L. Behler & G. R. Ultsch
(2008): Terrestrial movements of hatchling wood turtles (
Glyptemys
insculpta) in agricultural fields in New Jersey. Chelonian Conservation and
Biology 7 (1): 113-118.
Ficetola, G.F. & F. De Bernardi (2006): Is the
European „pond“ turtle
Emys orbicularis strictly aquatic
and carnivorous? – Amphibia-Reptilia 27: 445-447.
Wilkinson, A., S. Coward & G. Hall (2009):
Visual and response-based navigation in the tortoise (
Geochelone
carbonaria). – Animal Cognition 12: 779-787.
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