Wissenschaft im Fokus
Plummer, M. V., T. N. Lee & N. E. Mills
(2008): Effect of a sand substrate on the growth and condition of Apalone
mutica hatchlings. – Journal of Herpetology 42: 550-554.
Auswirkungen eines Sandsubstrats auf das Wachstum und die
Kondition von Apalone mutica
Schlüpflingen
Die Weichschildkröte,
Apalone mutica, bevorzugt mittlere bis
große Flüsse mit sauberem Sand, wo sie einen beträchtlichen Teil
ihrer Zeit im Sand vergraben verbringt, allerdings sind die
Habitatansprüche der Schlüpflinge von
A. mutica noch kaum
bekannt. Wir führten dazu Laborexperimente durch, um zu klären, ob ein
Unterwasser-Sandsubstrat Auswirkungen auf das Wachstum und die
Körperkondition von
A. mutica Schlüpflingen hat. Wir fanden
heraus, dass auf Sandsubstrat gehaltene Schlüpflinge schneller wuchsen und
dass deren körperliche Erscheinung sich von jener unterschied, die man bei
Schlüpflingen ohne Substrat beobachten konnte. Wir schließen daraus,
dass der Zugang zu einem sandigen Substrat, in dem sich die Schlüpflinge
vergraben können, eine wichtige Habitatkomponente für
A.
mutica darstellt. Zudem sollten Wissenschaftler, die
A. mutica und
eventuell auch andere Weichschildkröten zu Forschungszwecken im Labor
halten, diese Substratansprüche in ihre Versuchsplanung mit einbeziehen.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Den letzten Ratschlag sollte man wirklich nicht unterschätzen und ernst
nehmen. Denn wem nützen Ergebnisse, die unter artifiziellen oder
völlig unnatürlichen Umständen gewonnen wurden? Zudem sollte man
sich ernsthaft die Frage stellen, wenn wie oben ausgeführt, allein das
Substrat auf Wachstumsrate und Form (Erscheinungsbild) einen Einfluss hat,
welchen Einfluss auf das Wachstum und die Form haben artifizielle
Haltungsbedingungen überhaupt? Denn sind wir doch einmal ehrlich, kaum
jemand kann seinen Tieren die Bedingungen ihrer natürlichen Habitate
komplett nachstellen. Muss es einen da wirklich wundern, dass man zumindest mit
etwas Erfahrung auch bei so manch gehandelter Nachzucht zwischen DNZ und WF
klare Unterschiede sieht, auch wenn diese so mancher C.I.T.E.S.-Bescheinigungen
ausstellenden Behörde meist nicht aufzufallen scheinen? Ein Glück,
dass es in Bezug auf Weiterbildung/Ausbildung zwischen Erlerntem und Erfahrung
einen deutlichen Unterschied gibt, der im Wesentlichen darin besteht, dass man
Erfahrung nicht in jedem Fall rein theoretisch erlernen kann. Übrigens, wie
ich selbst auf meinem eigenen Lebensweg immer wieder feststellen durfte, kann
man „Erfahrung“ auch nicht studieren, denn ich habe schon etliche
getroffen, die in vielen Dingen erfahrener waren als ich, obwohl sie noch nie
eine Universität von innen gesehen hatten. Diesbezüglich wundert es
einen dann schon, wie man nach Besuch von einer oder zwei
Wochenendfortbildungsveranstaltungen sich plötzlich als
„Erfahren“ bezeichnen kann. Und hüten Sie sich vor
Fortgebildeten, bei deren Fortbildung die Betonung eher auf „Fort“
als auf „Bildung“ gelegen zu haben scheint. Denn die Rechnung
dafür zahlen viele, deren so fortgebildete Stadtwerksmitarbeiter für
den Verbraucher ungünstige Lieferverträge mit den die
Fortbildungsreisen subventionierenden großen Energieproduzenten
ausgehandelt haben.
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