Schildkröten im Fokus Kleintierverlag Thorsten Geier
 
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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 27.07.2017 Share it on Facebook


Regis, K. W. & J. M. Meik (2017): Allometry of sexual size dimorphism in turtles: a comparison of mass and length data. – PeerJ.; 5:e2914. doi: 10.7717/peerj.2914.

Allometrie der Geschlechtsgrößen-Dimorphismus bei Schildkröten: ein Vergleich von Masse- und Längenangaben.


Hintergrund
Das makroevolutionäre Muster von Rensch’s Regel (positive Allometrie des Geschlechtsdimorphismis) lieferte bislang unterschiedliche Ergebnisse für Schildkröten. Unter Einbezug einer der größten Datensammlungen für Carapaxlängen und eines großen Datensatzes für Körpergewichte für Schildkröten überprüften wir, ob Schildkröten sich konform zu Rensch’s Regel verhalten und zwar auf dem Level der Ordnung, Unterordnung oder der Familie, zudem überprüften wir ob die Interferenzen (Abweichungen) in Bezug auf die Allometrie für den Geschlechtsdimorphismus in Abhängigkeit vom ausgewählten Körpermaß und dem Auswerteverfahren zustande kommen.

Methoden
Wir kombinierten die Daten für das durchschnittliche Körpergewicht mit denen der Carapaxlänge für Männchen und Weibchen für so viele Populationen und Schildkrötenarten wie möglich. Anschließend bestimmten wir die Beziehungen die zwischen Maßabständen für Männchen und Weibchen für die durchschnittliche Körpermasse und für die Carapaxlänge, in dem wir traditionelle phylogenetisch-vergleichende Methoden benutzten. Wir nutzten dann zudem Regressionsanalysen, um geschlechtsspezifische Unterschiede zu untersuchen, die die Schwankungen für Carapaxlängen und für die Körpermasse erklären.

Ergebnisse Unter Anwendung traditioneller (nicht-phylogenetischer) Analysen zeigte sich, dass die Körpermasse Rensch’s Regel folgt, während die „gerade Carapaxlänge“ der Isometrie folgt. Unter Anwendung phylogenetischer unabhängiger Kontrastverfahren folgen beide die Körpermasse wie auch die gerade Carapaxlänge Rensch’s Regel mit großer Übereinstimmung zwischen den Maßeinheiten. Auf dem Level der Familie folgt die Körpermasse häufiger Rensch’s Regel bei phylogenetisch-vergleichenden Analysen. Schildkröten unterscheiden sich innerhalb eines Geschlechts nicht in Bezug zum Kurvenverlauf (Steigung) bei Regressionsanalysen für die geschlechtsspezifischen Körpermassen und Carapaxlängen und die größeren Schwankungen bei der Körpergröße innerhalb eines Geschlechts erklärt sich durch Unterschiede in der Masse und nicht durch die Carapaxlänge.

Diskussion Schildkröten folgen im allgemeinen Rensch's Regel innerhalb aller Familien der Cryptodira, aber nicht innerhalb der Familie der Pleurodira. Masse und Länge zeigen dabei weitgehende Übereinstimmung in Bezug zur Renschen Regel über alle Schildkröten, wobei Abweichungen meist auf dem Level der Familie auftreten (letzteres ist das am häufigsten untersuchte Level). Auf einer Makroevolutionären-Skala sind die meist betonten Vorzüge des Längenmaßes gegenüber dem Gewicht bei Schildkröten nicht gerechtfertigt.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Diese wieder einmal mehr theoretische Arbeit liefert dennoch einen für die Praxis nicht uninteressanten Befund, indem sie zeigt, dass Längenmaßangaben bei Schildkröten sehr zweideutig sind, um zu zuverlässigen Aussagen zu kommen. Warum werden dann solche Längenangaben bevorzugt? Nun, weil Feldherpetologen häufig diese Größe als einzige zuverlässig bestimmen können und zwar zu jeder Jahreszeit, denn bei Freilanduntersuchungen zu unterschiedlichen Jahreszeiten schwankt das Körpergewicht viel stärker je nach Ernährungs- oder Ruhezustand oder in Abhängigkeit zum Reproduktionsgeschehen oder Gesundheitszustand. Jedoch für physiologische und andere Untersuchungen kann man den Autoren nur Recht gegeben spielt das Körpergewicht die wichtigere Rolle. Siehe auch Meyer de Rojas (2016).

Literatur

Meyer de Rojas, G. (2016): Wachstum und Gewicht bei Europäischen Landschildkröten: Über Sinn und Unsinn von Gewichtskontrollen. –Schildkröten im Fokus, 13 (3): 4–16 oder WiF-Archiv.



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© Michael Daubner 2017Schildkröten im Focus