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Aktualisiert:
14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Kotanalysen bei Schildkröten



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Wissenschaft im Fokus


Rizkalla, C. E. & R. K. Swihart (2006):. Community structure and differential responses of aquatic turtles to agriculturally induced habitat fragmentation. – Landscape Ecology 21 (8): 1361-1375.

Gesellschaftsstruktur und differentielle Reaktionen von Wasserschildkröten auf die agrarwirtschaftlich induzierte Habitatfragmentierung


Einige Studien haben gezeigt, dass der Verlust an Feuchtgebieten und die Habitatfragmentierung zu Veränderungen in der Vielfalt und Häufigkeit der Herpetofauna führt, aber aus taxonomischer Sicht bezogen sich solche Studien häufig auf Amphibien. Wir untersuchten hier die Reaktionen von Wasserschildkröten in Bezug auf mehrere großräumige Aspekte innerhalb einer intensiv bewirtschafteten Region im mittleren Westen der USA. Dazu wurde ein raumbezogenes, hierarchisch angelegtes Probenentnahmeverfahren benutzt. Von 2001 bis 2003 wurde innerhalb von 35 zufällig gewählten 23-km2 großen Parzellen gesammelt, die das gesamte obere Wabash-Flussbecken in Indiana abdeckten. Flache Hebenetze wurden benutzt, um Schnappschildkröten (Chelydra serpentina serpentina) (n=258), Zierschildkröten (Chrysemys picta marginata) (151), östliche Stachelrand-Weichschildkröten (Apalone spinifera spinifera) (70), Rotwangen-Schmuckschildkröten (Trachemys scripta elegans) (59), nördliche Landkarten-Höckerschildkröten (Graptemys geographica) (27), Unechte Landkartenschildkröten (Graptemys pseudogeographica pseudogeographica) (6), Amerikanische Sumpfschildkröten (Emydoidea blandingii) (3) und Moschusschildkröten (Sternotherus odoratus) (3) zu fangen. Wir untersuchten dabei, zu welchem Grad diese Schildkrötenarten innerhalb der 14 erfassten Landschaftsformen nicht zufällig verteilt waren. Normalerweise war die Schildkrötenzusammensetzung zufällig und das Ausmaß der Schildkrötenansammlungen (Anhäufungen) wurde von der Verschiedenheit der Landfläche mitbeeinflusst, z.B. dem proportionalen Anteil an Grasland und der Gesamtlänge des Straßenanteils innerhalb eines Landschaftsabschnitts. Das Vorkommen und die Häufigkeit von einigen Spezies wurde auch rechnerisch modelliert, um Hypothesen über die Wichtigkeit bestimmter Landschaftskomponenten zu testen. Rotwangen-Schmuckschildkröten erwiesen sich am sensitivsten in Bezug auf die Habitatfragmentierung, wohingegen Zierschildkröten, Schnappschildkröten, Landkartenschildkröten und Weichschildkröten am wenigsten davon betroffen wurden. Diese Faktoren beeinflussen die räumlichen Verteilungsmuster der Schildkröten und lassen vermuten, dass sie differentiell auf die Fragmentierung der Landschaft reagieren.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Der Wert dieser Arbeit liegt eindeutig in der großräumigen Bestandsaufnahme, denn dass von einer Fragmentierung der Landschaft all jene Arten stärker betroffen werden, die naturgemäß weit vom Ufer der Gewässer entfernte Nistplätze aufsuchen, war auch schon vorher bekannt und wurde auch hier noch mal bestätigt.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus