Wissenschaft im Fokus
Roosenburg, W.M. & T.
Dennis (2005): Egg component comparisons within
and among clutches of the diamondback terrapin, Malaclemys terrapin.
– Copeia 2005 (2):417-423.
Vergleich der Eikomponenten zwischen verschiedenen
Gelegen der Diamantschildkröte, Malaclemys terrapin
Die Beziehung zwischen Eigröße und Eizusammensetzung (relativer
Gehalt an Lipiden, Eiweiß und Wasser) kann eine wichtige Rolle für
die Größe und Qualität der Schlüpflinge oder in Bezug auf
den Aufwand an Brutpflege nach dem Schlupf bei Reptilien spielen. Wir
untersuchten die Beziehungen zwischen dem Eifrischgewicht, der nicht polaren
Lipidmenge, dem Wasseranteil, Schalentrockengewicht und der Trockenmasse des
Eiinhalts für 7 Gelege der Diamantschildkröte,
Malaclemys
terrapin aus der Chesapeak Bay. Die Eigrößen variierten
erheblich zwischen den Gelegen, waren aber innerhalb der individuellen Gelege
recht konstant. Die Menge der nicht polaren Lipide, der Eiinhaltstrockenmasse
und der Wassergehalt waren direkt korreliert mit dem Eifrischgewicht, was zeigt,
dass größere Eier auch proportional mehr dieser Eikomponenten
enthalten. Es gab keinen Zusammenhang zwischen Eifrischgewicht und
Schalentrockenmasse. Die Gelege zeigten gleiche positive Kurvenverläufe,
aber unterschiedliche Schnittpunkte in den Beziehungen zwischen Eiinhaltsmasse
und Fettgehalt und bezüglich der Beziehung zwischen dem Wassergehalt und
der Gesamttrockenmasse. Somit ergab sich, dass die Mengen dieser Parameter
zwischen den Gelegen verschieden waren, dass aber die einzelnen Eikomponenten in
allen Eiern proportional gleich verteilt waren. Unsere Daten lassen noch keine
Schlüsse dahingehend zu, ob die Unterschiede zwischen den Gelegen durch
Unterschiede bei den Ressourcen (Ernährungszustand der Weibchen) bedingt
sind oder durch physiologische Mechanismen, die der Eikomponentensynthese
zugrunde liegen.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Vielleicht beruhen die Unterschiede ja auf der Größe und dem
Alter der Weibchen. Beruhigend ist allerdings, dass die Ergebnisse zeigen, dass
aus unterschiedlich großen Eiern zwar unterschiedlich große, aber
proportional gesehen, gleich gut ausgestattete Schlüpflinge schlüpfen.
Lediglich deren Überlebensfähigkeit in der freien Wildbahn mag bedingt
durch die Größenunterschiede auch unterschiedlich sein (s.
O'Brien et al. 2005 oder WiF-Archiv).
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