Wissenschaft im Fokus
Roques, S., C.
Diaz-Paniagua & A. C.
Andreu (2004): Microsatellite markers reveal multiple
paternity and sperm storage in Mediterranean spurthighed tortoise, Testudo graeca.
– Canadian Journal of Zoology – Revue Canadienne de Zoologie 82: 153-159.
Mikrosatelliten „Marker“
(DNS-Sequenzen) zeigen das es bei der Maurischen Landschildkröte, Testudo
graeca multiple Vaterschaften und Spermaspeicherung
gibt.
Bei der maurischen Landschildkröte
Testudo graeca handelt es sich um eine
terrestrisch lebende Art, bei der mehrere Paarungen recht häufig zu beobachten sind.
Wir untersuchten die Wahrscheinlichkeit für das Vorhandensein mehrerer Vaterschaften
in den Gelegen (n=15), die von acht Weibchen abgelegt worden waren, dabei wurden auch
mehrere in Folge abgesetzte Gelege derselben Muttertiere einbezogen. Die
Vaterschaftsnachweise erfolgten anhand der Analyse von Mikrosatelliten aus drei Genloci.
Die Analyse einer großen Anzahl von Allelen pro Locus (n= 15-22) ergab eine sehr hohe
Wahrscheinlichkeit für den sicheren Nachweis multipler Vaterschaften, speziell dann
wenn man die Daten aller Loci kombiniert auswertete (P=0.989). Multiple Vaterschaften
wurden in 20 % der Gelege gefunden, in denen sich unter den Schlüpflingen (Geschwistern
und Halbgeschwistern) mehr als zwei väterliche Allele nachweisen ließen. Allerdings
kann es sein, dass das tatsächliche Vorkommen multipler Vaterschaften unterschätzt
wird, da sich unsere Daten bislang nur auf die Untersuchung weniger Gelege und
Genloci beschränkt.
T. graeca kann Sperma speichern, das aus nur einer
oder mehreren Paarungen stammen kann und kann damit auch mehrere Gelege erfolgreich
befruchten. Dies zeigte sich daran, dass ein Zweitgelege eines vorübergehend in
Gefangenschaft gehaltenen Weibchens einen anderen Vater hatte als das Erstgelege.
Ebenso kam es vor, dass die nacheinander abgesetzten Gelege anderer Weibchen immer
wieder mit dem gleichen Sperma, das aus verschiedenen Paarungen stammen musste,
befruchtet worden waren. Diese Ergebnisse belegen, dass multiple Vaterschaften bei
T. graeca vorkommen und dass die Speicherung von Sperma eventuell einen
wichtigen Faktor in der Reproduktionsstrategie dieser Art spielt, um mehrere Gelege
pro Jahr erfolgreich zu befruchten.
Zum Seitenanfang
Tipp:
Benutzen Sie die Suchfunktion unserer Homepage, so können sie
einfach und schnell unsere Seiten nach einem bestimmten Begriff durchsuchen.